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Design Schule der Zukunft: Jeder sollte von den Besten der Besten lernen können

Wie traditionelle Universitäten von der Digitalisierung profitieren könnten und eine Idee, wie jeder in Zukunft auf die beste Design Schule gehen kann.

So viele reden davon, dass Schulen und Universitäten endlich digitalisiert werden müssen. Die meisten haben aber gar keine Vorstellung davon, wie das überhaupt aussehen könnte, geschweige denn einen konkreten Plan. Es reicht nicht, den Schülern einfach nur ein Tablet in die Hand zu drücken. Das ist nicht Digitalisierung. Hier geht es um eine neue Denkweise, wie wir in Zukunft am effektivsten lernen könnten.

Da wir so oder so schon in einem Wissenszeitalter angekommen sind, wo uns so viele Informationen online zur Verfügung stehen, stellt sich für mich die Frage, wie man sich auf einem ähnlichen Weg heute auch gerade im digitalen Design Bereich auf Schulen und Universitäten weiterbilden könnte.

Hin und wieder habe ich Phasen, in denen ich über andere Themenbereiche nachdenke und der digitale Bereich gehört bei mir persönlich einfach primär zu meinem Arbeitsumfeld und ich frage mich öfters, wie sich umliegende Branchen verändern werden und womit ich mich heute schon beschäftigen könnte, um in Zukunft als Designer genau dafür bessere Lösungen liefern zu können.

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Was du in den meisten Design Schulen nicht oder viel zu wenig lernst

Ich habe mich auf meinem Blog und auch in meinem Podcast schon mal mit dem Thema Ausbildung, Uni und Bildung allgemein beschäftigt. Seitdem habe ich immer wieder darüber nachgedacht, wie denn ein besseres System aussehen könnte oder was überhaupt passieren muss, damit der Bildungsbereich in Zukunft an die Digitalisierung anknüpfen kann und auch davon profitiert.

Um ein paar Gedanken aus dem anderen Beitrag nochmal hervorzuholen, sind hier mal Stichpunkte, warum das traditionelle Schul-System aus meiner Sicht nicht gut genug funktioniert:

  • Das traditionelle Schul-System ist ein „one size fits all” System – Entweder schwimmst du eben mit, oder du gehst unter.
  • Was du als Designer während deines Studiums lernst, spiegelt zu wenig die Realität auf dem Markt wieder. Zu viel Theorie, zu wenig reale Praxis von wirklichen Experten.
  • Man lernt extrem wenig über den menschlichen Körper. Beispiel: Was ist die Basis einer gesunden Ernährung, wie kommst du an Energie für Projekte, wie bleibst du ausgeglichen und glücklich, wie kannst du Selbstzweifel überwinden usw.
  • Wie baust du Beziehungen zu anderen Menschen auf (auch Kunden) und wie kommunizierst du richtig mit Menschen?
  • Designer lernen allgemein zu wenig darüber, wie man eigentlich Geld verdient und daraufhin verwaltet. Oder was du als Designer eigentlich wert bist.
  • Wie du auch über Geld redest oder verhandelst.
  • Dann wissen wir allgemein zu wenig über das Rechtssystem und welche Rolle Designer darin spielen.
  • Und wie du deine Zeit selber richtig managest.

Zudem kann man auch ehrlich sagen, dass die meisten richtig guten Design-Schulen nicht in unserer Reichweite sind und für viele ist eine solche Ausbildung auch einfach zu teuer. Deshalb gehen viele Menschen, die im digitalen Design Bereich arbeiten wollen, auf eine Durchschnitts-Universätät und lernen deshalb viele Themen auch nur oberflächlich. Genau darin sehe ich große Schwierigkeiten. Wie könnten wir dieses Problem also lösen?

Bevor ich darauf eingehe, ist es ganz gut sich erstmal die aktuelle Situation klarzumachen.

Wann wird der Bildungsbereich von der Digitalisierung eingeholt?

Wir kommen so langsam immer mehr in ein Wissenszeitalter. Das heisst unvorstellbar viele Informationen sind heute schon in nur wenigen Sekunden erreichbar. Ich habe letztens irgendwo gelesen, dass sogar 80% der Inhalte des Internets allein in den letzten zwei Jahren online gestellt wurden. Und ein sehr großer Teil davon ist Wissen, das wir heute nutzen können, um uns in vielen Bereichen weiterzubilden. Wenn man erstmal versteht, wie man damit umgeht, sind es dokumentierte Erfahrungen, von denen jeder lernen kann.

Wenn man sich mal vorstellt, wie viele Bereiche eigentlich schon von der Digitalisierung eingeholt worden sind, und wie wenig davon an Schulen bisher passiert ist, dann ist die Veränderungs-Kurve dafür gigantisch. Dort liegt in Zukunft also ein sehr, sehr großes Potential und natürlich auch für viele Unternehmen ein sehr großer Markt.

Wenn wir also davon ausgehen, dass in Zukunft jeder Bereich digitale Berührungspunkte haben wird, wie könnte dann ein Studium aussehen?

Universitäten und Berufsschulen gehen nicht tief genug

Momentan hast du das Problem, dass an den meisten Design-Schulen das Kern Material nur oberflächlich angeschnitten wird und nicht mit dem nötigen Hintergrund, den wir eigentlich bei vielen Themen brauchen. Und das ist gefährlich. Wir wissen also ein wenig über Typografie, ein wenig über, motion Design, ein wenig über Web Design, ein bisschen Print und Grafik Design... Aber alles nicht wirklich tief und gut genug.

Und das ist etwas, dass in Universitäten sowie Berufsschulen vorkommt. In Berufsschulen vermutlich noch mehr. Dein Lehrer ist Lehrer und nicht Creative Director oder Gründer einer super coolen Hipster Design Agentur. Er arbeitet als Lehrer oder Professor. Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen, aber im Grunde genommen, können sie dir vieles nicht so beibringen, wie du es eigentlich brauchst, weil sie es ganz einfach nicht selbst erlebt haben.

Meiner Meinung nach sollte aber jeder in Zukunft die Möglichkeit haben, sich einen Bereich auszusuchen und anschließend auch nur von den wirklich Besten zu diesem Thema lernen können.

Aber wie kann man das anstellen?

Jeder sollte von den Besten der Besten lernen können

Wichtig ist festzuhalten, dass wir alle unterschiedlich lernen. Manche brauchen das Schul-Umfeld um auch wirklich an einer Sache dran zu bleiben. Manche brauchen mehr Ruhe oder probieren lieber eine Weile Dinge Zuhause aus. Andere wiederum lernen schon vermehrt mit Lernmaterial aus dem Internet oder lesen viele Bücher und bringen sich die Dinge ohne Lehrer bei und kommen trotzdem zu einem gleichen Ergebnis.

Aber abgesehen von der Art zu lernen, wäre es doch für alle besser, wenn uns Design-Schulen den nötigen Zugang geben, um auch wirklich das Wichtigste zu lernen. Wäre es also nicht richtig gut, wenn wir wüssten, dass egal zu welcher Design Schule wir in Deutschland gehen, du in jedem Fach und in jeder Klasse nur das Beste vom Besten beigebracht bekommst? Wirklich das oberste Level, das es zu einem bestimmten Themenbereich zu wissen gibt?

Wie können wir das erreichen, wenn wir nicht die Lehrer haben, die diese Erfahrung mitbringen?

Wir brauchen für jeden Bereich einen Experten. Jemand, der vom Fach kommt und jahrelang genau in diesem Umfeld gearbeitet hat. Der weiß, worauf es ankommt. Und dieser bringt nicht nur den Schülern in den teuersten Schulen etwas bei. Er ist für alle zugänglich, die sich für dieses Thema interessieren. Für jede Klasse und jeden Schüler. Vielleicht sogar auf der ganzen Welt.

In der digitalen Zeit sollte das doch eigentlich kein Problem mehr sein. Wir müssen nicht wie früher einen erfahrenen Experten in eine Schule einladen, um uns einen Vortrag anzuhören. Dieser Inhalt könnte an allen Schulen auf der ganzen Welt ganz einfach die Grundlage werden, ohne, dass jeder dafür viel Geld zahlen muss.

Es könnte also einen virtuellen Kurs geben, der auf Video aufgenommen wird und der jedem Schüler auch nur einmal beigebracht werden muss. Ob du es dir dann Zuhause oder in der Schule anhörst, bleibt dir überlassen. So, wie du eben am besten lernen kannst. Im Grunde genommen ist das schon die Art und Weise, wie sich heutzutage Millionen von Menschen weiterbilden.

Manche wissen nicht, wie man ein bestimmtes Design-Programm richtig nutzt. Also gehen sie auf YouTube und schauen sich Tutorials an. Andere wollen lernen, wie man selbst Schriften entwickelt oder Karikaturen in Animationen umsetzt. Gerade in unserem kreativen Bereich gibt es schon etliche Online-Kurse und Zugänge zu Video-Material, die dir viel in kurzer Zeit beibringen können. So kommst du viel schneller in eine Haltung der Umsetzung. Und darum geht es im Endeffekt. Du musst dein Wissen auch wirklich anwenden und umsetzen, sonst bringt es dir rein gar nichts.

Was passiert dann mit den Schulen oder Universitäten?

Schulen kreieren einen Zugangsort außen herum. Wo anschließend über das Gelernte diskutiert werden kann und wo zusammen mit dem Lehrer und anderen Schülern vor Ort Gruppen gebildet werden können. Das heisst wir nutzen die Klasse, um über Ideen oder Kritik zu sprechen. Um Informationen auszutauschen.
Dafür ist die reale Umgebung und direkte Kommunikation perfekt gemacht. Der Rest kann online und digital stattfinden.

Schon heute bilden sich Millionen von Menschen über das Internet weiter

Wer wirklich für einen Bereich brennt, der kann sich heute vieles in einem gewissen Rahmen über digitale Video-Plattformen im Internet selbst beibringen. Der wichtigste Grund-Baustein dafür ist die eigene Neugier. Nur wenn du neugierig bist, wirst du auch selbst den Antrieb haben, wirklich etwas dazu lernen zu wollen.

YouTube

Egal ob du ein Haus bauen oder Koch werden willst. Auf YouTube gibt es höchstwahrscheinlich eine Anleitung dafür. Und YouTube ist so gesehen auch das Gegenteil von Schulen. Zur Schule gehst du und dort bringen sie dir etwas bei. Auf YouTube kann jeder jedem etwas beibringen und das sogar kostenlos.

Zusätzlich gibt es einen weiteren entscheidenden Unterschied: In Schulen und Universitäten lehren sie dir etwas, dass sehr selten über eine Geschichte erzählt wird, die der Lehrer auch wirklich selbst erlebt hat. Auf YouTube bekommst du den Prozess dahinter mit und viele zeigen es dir so, wie sie es auch tatsächlich umgesetzt haben. Das gibt dir viel genauere Einblicke in die Arbeit von anderen Menschen und welche Probleme dabei auch tatsächlich entstehen können.

Zudem kannst du entscheiden, wie du etwas beigebracht bekommen willst oder welcher Prozess davon dich interessiert. Du hast die Kontrolle und kannst durch gewisse Filter selbst festlegen, wer dein Lehrer sein soll. Diese Auswahl hast du so heutzutage auf Schulen nicht.

iTunesU

Auch iTunesU von Apple, das viele bestimmt vergessen oder noch nie geöffnet haben, ist vom Grundgedanken her eine super App. In Steve Jobs Augen war schon damals das Schul-System veraltet und er versuchte viele Politiker wachzurütteln, wohin die Reise im Bildungsbereich eigentlich gehen sollte.
Irgendwann entstand eine App die Apple vor allem für das iPad entwickelte um den kompletten Unterricht zentral an einem Ort einsehbar zu machen. Hier kannst du nicht nur Planen und Aufgaben erstellen, sondern auch ganze Vorlesungen anschauen. Auch Universitäten in Deutschland aber vor allem in den USA veröffentlichen Kurse für alle zugänglich online auf iTunesU. Das heisst ich kann an einem Kurs teilnehmen, für deren Uni ich mich noch nie eingeschrieben habe und ohne, dass ich dort überhaupt wohne. Sogar alle Aufgaben und PDFs, die die Schüler dort bekommen, sind mit angeheftet.

Immer weniger Unternehmen fragen nach Noten oder Abschlüssen

Eins der größten Probleme, die viele Studenten haben, ist nach den vielen Jahren des Studiums direkt einen Arbeitsplatz zu finden. Und das wird in Zukunft auch nicht leichter. Ein Studiengang ist einfach keine Garantie mehr dafür, dass du dich auch wirklich in deinem Fachbereich auskennst.

Sogar Unternehmen fangen immer weniger an, nach Noten oder Abschlüssen zu fragen. Was sie viel mehr interessiert, ist, wie du als Person bist und beispielsweise fünf Blogs die du verfolgst. Und wenn das nicht die Top fünf sind, die in einem bestimmten Arbeitsfeld relevant sind, hast du direkt einen Minuspunkt.
Die selbstständige digitale Weiterbildung wird einfach immer wichtiger und von vielen Agenturen und Unternehmen auch sehr geschätzt. Du musst dich selbst also neugierig zeigen und eigenständig in deinem Bereich recherchieren und dazulernen. Und genau das war auch schon immer die beste Investition, die du in deinem Leben machen kannst. Die Investition in dich selbst.
Genau das wird in Zukunft mehr Gewicht haben und auch relevanter sein.

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