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Wo könnte Augmented Reality in Zukunft hingehen?

Ich möchte heute gerne über Augmented Reality sprechen und mal aus meiner Sicht als Designer beschreiben, welches Potential ich darin sehe und wohin es in Zukunft mit AR gehen könnte.

Ich habe ein paar Beispiele gesammelt, bei denen AR heutzutage schon einen Mehrwert liefert und genauso möchte ich aber auch besonders einen Weg betrachten, bei dem ich mir gut vorstellen könnte, dass er in Verbindung mit Augmented Reality viel Aufmerksamkeit generieren wird.

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Warum behandele ich überhaupt solche Themen wie heute?

Als Designer im digitalen Bereich sind wir ständig neuen Technologien und Trends ausgesetzt. Und ich denke, wir müssen auch lernen diese zu verstehen um Unternehmen und Kunden genauso auch mit unserem Fachwissen überzeugen zu können.

Ich versuche einfach vieles, was mich neben Webdesign, Strategie und Layouts beschäftigt mit meinem Arbeitsalltag zu verknüpfen. Wo sehe ich also Schnittstellen, die in Zukunft einen Mehrwert liefern könnten und die mir vielleicht zeigen, dass es sich lohnen würde, sich in dieser Richtung fortzubilden.

Auch wenn AR oder VR für dich vielleicht momentan noch nicht relevant erscheint, lohnt es sich trotzdem, sich in diesem Feld ein wenig auszukennen oder zumindest Verbindungen zu deinen Dienstleistungen zu knüpfen.

Augmented Reality Beispiele, die es heute schon gibt

Was kann AR und was macht diese Technologie so spannend?

Augmented Reality schafft eine Verbindung von der nicht realen Welt mit der echten Welt. Du kannst also digitale Objekte in der echten Welt platzieren obwohl sie eigentlich gar nicht da sind.

Erleben kannst du das Ganze dann heutzutage aber nur mit einem Smartphone, Tablet oder einem tragbaren Headset bzw. einer AR-Brille.

Weiter in der Zukunft könnte es sogar möglich sein, dass du diese virtuellen Objekte durch kleine Kontaktlinsen sehen kannst, die man den ganzen Tag im Auge behält.

Das Potential von Augmented und Mixed Reality ist sehr groß. Als Benutzer kannst du vollständig in Erlebnisse eintauchen, genauso aber Objekte in einem Raum platzieren, die eigentlich gar nicht da sind.

Anwendungsbeispiel Möbel und Einrichtungsgegenstände

Wäre es nicht schön, wenn du vor einem Kauf deines neuen Möbelstücks erstmal testen könntest, wie dieses überhaupt an dem vorgesehenen Platz in deiner Wohnung aussieht?
Mit Augmented Reality ist das auf eine einfache Weise möglich und funktioniert auch erstaunlich gut.

IKEA Place beispielsweise haben wir persönlich vor dem Kauf unseres neuen Sofas genutzt. Wir haben erstmal die Fläche im Wohnzimmer freigeräumt und anschließend verschiedene Varianten als digitale Objekte dort platziert und bewertet. Wir konnten mit dem Tablet näher rangehen und ein konkretes Gefühl dafür bekommen, wie dieses Sofa in realer Größe bei uns Zuhause aussehen würde.

Augmented Reality Sessel
Bild: ikea.com

Das hat uns letztendlich die Auswahl und die Kaufentscheidung erleichtert und diesen Anwendungsbereich sehe ich in Zukunft auch noch extrem weiter ausgebaut.

Aber auch wenn die Maße von den virtuellen Möbel-Objekten schon ziemlich gut waren, müssen sie trotzdem im Aussehen und den Details noch echter und realer werden.

Anwendungsbeispiel E-Commerce und Online Shops

Genauso wie bei Einrichtungsgegenständen könnte man auch in der Modeindustrie mehr Sicherheit schaffen, bevor der Kunde überhaupt ein Produkt kauft.

Wie oft hast du also schon mal Kleidung online bestellt und sie anschließend wieder zurückgeschickt, da sie an dir persönlich dann doch nicht so gut ausgesehen hat wie auf den Bildern?

Augmented Reality könnte hier Abhilfe schaffen und eine einfach zu nutzende Technologie zur Verfügung stellen, um Produkte aus dem Online Shop heraus schon an dir selbst zu testen.

Das gibt es schon beim Anwendungsbeispiel Brille, genauso könnte Augmented Reality aber auch für Schuhe adaptiert werden oder eben komplett für Kleidung, mit der du beispielsweise eine Jacke schon vorher an dir im Spiegel anschauen kannst.

Etwas ähnliches integrieren wir gerade in meinem Nebenprojekt Cylvan. Cylvan ist ein Modelabel für Männer über das wir hochwertige Hemden verkaufen. Wir wollen aber, dass sich der Käufer noch sicherer sein kann, ob er ein Hemd überhaupt gut findet, bevor er es kauft.

Uns ist ein nachhaltiger Produktionsprozess sehr wichtig und deshalb könnten wir dadurch Lagermängel, unnötiges hin und her schicken und Überproduktion vermeiden.

Bisher konnten wir nur über Bilder unsere Produkte so gut es eben geht veranschaulichen. Aber was wäre, wenn du es dir direkt aus deinem Browser raus in Augmented Reality Zuhause von allen Seiten anschauen könntest? Du kannst ganz nah an das Hemd herangehen und schauen, wie beispielsweise der Kragen im Detail aussieht.

Augmented Reality Cylvan Hemd
Hemd 3D Rendering welches man sich über den Store in Augmented Reality Zuhause anschauen kann.

Wir könnten dadurch dem Kunden Details erlebbar machen, an die wir beim Fotoshooting gar nicht gedacht haben (lese in diesem Beitrag mehr über 3D Technologien und wie wir sie bei Cylvan einsetzen wollen).

Der nächste Schritt davon wäre, dem Kunden zu ermöglichen, das Hemd auch direkt anzuprobieren und sich zuhause vor dem Spiegel damit anzuschauen, ohne, dass er es überhaupt bestellen müsste.

Anwendungsbeispiel Karten und Navigationsanweisungen

Wie oft ist es dir schon passiert, dass du gerade wenn du zu Fuß unterwegs warst, an einer Kreuzung standest und doch in die falsche Richtung gelaufen bist?

Ab und zu ist die Richtung, die wir aus der Vogelperspektive auf der Karten App sehen, doch nicht so stimmig mit der, die wir eigentlich vor uns haben.

Auch hier könnte Augmented Reality einen großen Mehrwert liefern. Du richtest dein Smartphone einfach auf den Weg vor dir und große Pfeile zeigen dir in Verbindung mit Beschreibungen, wo du gerade bist und in welche Richtung du laufen musst. Diese Objekte schweben sozusagen virtuell auf der Straße oder dem Gehweg und leiten dir den Weg.

Augmented Reality Navigationsanweisungen
Bild: Wall Street Journal

Google arbeitet gerade an dieser erweiterten Navigation für Google Maps weshalb du es wahrscheinlich schon bald selber testen kannst.

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Case Study: Augmented Reality App für Lufthansa Technik.
Wie wir dem Vertriebsteam von Lufthansa Technik mit Hilfe von Augmented Reality ein komplexes B2B Produkt auf eine verständliche Weise real erlebbar machen konnten.

Case Study lesen

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Möglicher Anwendungsbereich in Zukunft: Der Verkauf von digitalen und virtuellen Objekten

Augmented Reality in Verbindung mit der Blockchain

Die Blockchain kennen viele in Verbindung mit digitaler Kryptowährung wie dem Bitcoin. Trotzdem gibt es weitaus mehr Anwendungen, die in Zukunft auf der Blockchain abgebildet werden könnten.

Als ich mich Mitte 2017 näher mit der Blockchain beschäftigt habe, kam vorallem immer wieder ein wichtiges Thema zum Vorschein und das ist das Thema Vertrauen.

Kurzer Einstieg was die Blockchain eigentlich ist

Die Blockchain ist eine dezentrale Aneinanderkettung von digitalen Informationen.

Wofür ist das gut? In den meisten Bereichen vertrauen wir heutzutage einer zentralen Partei, die alles für uns regelt und bestimmt. Das Gute daran ist, wir haben einen Ansprechpartner. Das Schlechte daran ist, wir haben keine Ahnung, ob wir dieser Partei auch wirklich vertrauen können und ob sie in Zukunft auch das Richtige macht.

Als Beispiel: Sobald ich dir eine Nachricht über eine App oder über ein soziales Netzwerk schicke, ist das eigentlich eine Sache zwischen dir und mir. Trotzdem gibt es eine dritte Partei, die diese Nachricht für uns regelt. Also jemand, der das Ganze überwacht und schaut, dass diese Nachrichten auch ankommen. Und das ist in den meisten Fällen ein Unternehmen oder eine Organisation, denen wir mit dieser Aufgabe erstmal vertrauen müssen.

Wenn man mit einer Blockchain arbeitet, kann diese eine zentrale Überwachungspartei weggenommen werden und du musst somit nicht mehr nur einer Organisation vertrauen, du vertraust stattdessen der Blockchain, die durch die Aneinanderkettung von Informationen unveränderbar ist.

Bei Kryptowährungen speichert die Blockchain beispielsweise weltweit die Informationen, wer wie viel Geld hat.

Der Wert von virtuellen Gegenständen

Wie ist hier jetzt die Verbindung zu Augmented Reality?

Nehmen wir ein konkretes Beispiel im Gaming Bereich. Viele Videospiele, die heutzutage über den App Store rausgebracht werden, sind in ihrer Grundversion kostenlos. Das heisst du musst nichts zahlen, um dieses Spiel spielen zu können. Dadurch sprechen die Hersteller natürlich auf einen Schlag eine größere Masse an. Aber wie verdienen sie letztendlich damit Geld?

Ein perfektes Beispiel ist das Spiel Fortnite. Die Macher generieren ihre Einnahmen hauptsächlich durch sogenannte Ingame-Käufe und haben damit schon über eine Milliarde Umsatz gemacht, obwohl das Spiel eigentlich kostenlos ist.
Während des Spielens kannst du dir also neue Kostüme, Tanzschritte, Fähigkeiten und Outfits einfach dazu kaufen.

Vielleicht auch eine besondere Waffe, die es nur einmal im Spiel gibt. Aber allein das Aussehen von Spielercharaktere könnte in Zukunft einen ganz eigenen Markt eröffnen. Soll heissen es könnte nicht mehr nur Mode-Designer für uns Menschen geben, sondern auch Mode-Labels die virtuelle Kleidung im großen Stil verkaufen.

Sobald es aber darum geht, virtuelle Objekte selten zu machen, braucht man auch die Garantie, dass ein bestimmtes Objekt, welches man online kauft, auch nur einmal in dieser Form vorhanden ist.

Aus meiner Sicht wäre es total logisch, wenn in Zukunft ein Spieler seine Charaktere einzigartig aufrüstet, dafür eine menge Geld zahlt und diese Objekte anschließend in Augmented Reality bei seinen Freunden vorstellt.

Durch das reale Erlebnis, welches AR bietet, bekommen solche Figuren eine ganz neue Besonderheit.

Wer würde viel Geld für einzigartige digitale Objekte bezahlen?

Mir hat jemand erzählt, dass Mitarbeiter eines Unternehmens in Singapur virtuelle Objekte in ihrem Büro horten. Das heisst sie kaufen sich Ferraris und andere Autos, die überall im Büro rumstehen, sobald du dich im AR-Modus mit deinem Smartphone umschaust. Und sie wissen genau, welches Modell zu wem gehört.

Klar ist das irgendwie eine absurde und lustige Vorstellung, aber ich glaube, dass Menschen für etwas, das rar ist, viel Geld ausgeben. Das sieht man beim Gold und genauso im Kunstbereich beim Verkauf von Gemälden. Wenn jemand viel Geld hat, tendiert er auch eher dazu, sich Dinge zu kaufen, die selten sind und dadurch einen Wert haben.

Natürlich wäre das auch ohne Augmented Reality vorstellbar. Aber durch so eine Technologie werden digitale Objekte erst erlebbar und real. Es ist einfach anders, ob du jemandem ein Foto auf deinem Smartphone von einem digitalen Kunst-Objekt zeigst oder ihr gemeinsam um beispielsweise eine Statue bei dir im Garten rumgehen könnt.

Für mich ist diese Vorstellung nicht soweit entfernt und ich vermute, dass wir in der Richtung in Zukunft noch mehr Anwendungsbeispiele sehen werden.

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