Design Podcast

Dein Design Layout richtig präsentieren

Seien wir ehrlich: viele Designer haben Schwierigkeiten, ihr Design wirklich gut zu präsentieren. Und natürlich gehört viel Übung und ein selbstbewusstes Auftreten dazu, aber es gibt auch ein paar grundlegende Regeln, die du bei jeder Präsentation im Hinterkopf behalten solltest.

Und genau darum geht es heute. Ich stell dir ein paar Tipps vor, auf die ich bei jeder Layout-Vorführung achte und die dir sicherlich auch weiterhelfen werden.

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Wie bekommst du das gewünschte Feedback des Kunden?

Damit du dein Design auch wirklich optimal präsentieren kannst, gehört natürlich grundlegend dazu, dass du auch weißt, was du gestaltet hast und vor allem warum. Welchen Zweck hat ein bestimmtes Design oder ein Element? Was willst du damit lösen?

Du hast dich Tage, Wochen oder sogar Monate damit beschäftigt und so viele Dinge ausprobiert. Wie kannst du das alles gebündelt so veranschaulichen, dass es auch deine Lösung, für die du hart gearbeitet hast, logisch und gut präsentiert?

Für uns als Web Designer ist es nicht immer möglich, unser Design selbst zu präsentieren. Gerade, wenn du als Freelancer arbeitest oder dein Art Director diese Aufgabe übernimmt.

Trotzdem gibt es einen Zeitpunkt, an dem du dein Layout jemand anderem vorstellen musst und auch wenn es nicht immer direkt der Kunde ist, ist für dich jede Präsentation eine super Übung.

Denn auch deine Team-Kollegen müssen verstehen, warum du welche Design-Entscheidung getroffen hast und wie der Kunde davon profitieren kann.

Dazu jetzt hier ein kleiner, aber wertvoller Ausschnitt aus dem Buch „Wie man Freunde gewinnt”:

Auf der ganzen Welt gibt es nur eine Methode, um andere Menschen zu beeinflussen: mit Ihnen über das zu sprechen, was sie haben wollen und ihnen zeigen, wie sie es bekommen.
Dale Carnegie aus dem „Buch wie man Freunde gewinnt”

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Diese Methode ist nicht nur bei Präsentationen von Design Layouts nützlich, sie hilft dir auch in etlichen anderen Bereichen.

Du willst beispielsweise eine Gehaltserhöhung? Dann platze am besten nicht bei deinem Chef ins Büro und erzähle ihm, was DU gerne hättest.

Stimm ihn damit ein, dass sein Unternehmen das bisher Beste ist, in dem du je gearbeitet hast. Alle Kollegen und auch die Projekte, die du gestalten darfst, machen dir unheimlich viel Spaß.
Du weißt, dass er weiter wachsen will und du willst ihm helfen, genau dieses Ziel zu erreichen und ein Teil davon sein. Geh auf einige Projekte ein, bei denen du ihm zu mehr Erfolg verholfen hast und erzähle ihm, warum deine Leistung für ihn in Zukunft profitabel sein wird.

Du stellst am besten die Wünsche deines Chefs in den Mittelpunkt. Und genauso funktioniert es auch mit den Zielen des Kunden.

Sprich von dem, was der Kunde sich wünscht und davon, wie er es durch deine Design Lösungen bekommen könnte.

Erwähne die Dinge, die ihm helfen ein Problem zu lösen (Ob du mit einem Baseline Grid arbeitest oder welche Typo sich ab welchem Viewport wie verändert, spielt dabei keine Rolle!).

Versuche dich absolut immer auf den Standpunkt des Kundens zu stellen und das Ganze aus seiner Sicht zu sehen. Frag dich: was möchte er von dir hören?

Und das Gute ist, dass du das Ganze bei wichtigen Vorstellungen schon vorher trainieren kannst. Da du ja von Projekt-Beginn an die genauen Ziele und Probleme des Kunden kennst (oder unbedingt kennen solltest!), kannst du auch wunderbar darauf eingehen.

Wie hilft dein Design dem Kunden, näher an sein Ziel zu rücken?

Design-Entscheidungen, die du triffst, müssen begründet werden können

Du musst dein Design so präsentieren, dass sich deine Herangehensweise und deine Begründungen auch wirklich auf die vorher definierten Ziele des Kunden beziehen.

Dabei solltest du darauf achten, dass Design-Entscheidungen auch wirklich immer einen Hintergrund haben, da der Kunde jederzeit eine Frage zu einem bestimmten Element, Bereich, oder Design haben kann. Und diese musst du beantworten können. Aber das sollte in der Regel kein Problem für dich sein, denn du hast das Layout erstellt und du weißt selbst am besten, warum du welchen Bereich wie gestaltet hast.

Ich habe hier mal als Beispiel folgende Begründung während einer Präsentation:

„Ich habe diese Störer (ein grafisches Element, das sich deutlich von seiner Umgebung abhebt) rot gefärbt und kreisförmig in der rechten oberen Ecke dargestellt, damit er am besten zum Rest des Layouts passt”.

Diese Begründung ist in meinen Ohren Humbuk.

Das kannst du deinem Art-Director oder einem Designer erzählen.
Dein Kunde aber weiß nicht, welche Farben zusammenpassen oder welche Typo gut zu einem bestimmten Aufbau passt. Und wenn du mal richtig darüber nachdenkst, dann interessiert ihn das meistens auch nicht. Ihn interessiert, wie du seine Probleme lösen kannst.
Und ob der Störer jetzt rot ist oder eine grüne Hintergrundfläche hat, ist ihm erstmal egal.

Was für ihn wirklich zählt, ist der Grund und das „Warum” dahinter. Wie also hilft deine Design-Entscheidung dem Kunden, näher an sein Ziel zu rücken?

Also warum hast du den Störer da überhaupt platziert? Welchen Vorteil hat er davon?

Eine bessere Begründung wäre deshalb:

„Ich habe den Störer oben rechts platziert damit er auch auf jeden Fall von jedem Seitenbesucher gesehen werden kann und wir bewusst jeden User darauf aufmerksam machen. Das hilft uns, eine hohe Klickrate zu generieren. Und genau das ist unser Ziel, wir wollen so viele Seitenbesucher wie möglich in diesen Bereich locken”.

Du merkst, wie ich absolut nicht auf das Design, die Farben, oder Formen eingegangen bin. Ich beschreibe nicht das Aussehen und das Element an sich, sondern seine Aufgabe.

Fang nicht an, die Dinge aus technischer Sicht zu beschreiben. Versuche sie, mit den Interessen deines Kunden in Verbindung zu bringen.

Ein anderes sehr beliebtes Beispiel ist Responsive Design. Statt deinem Kunden also Responsive Design zu verkaufen (was niemand kennt, der nicht in unserer Branche arbeitet), lass ihn lieber wissen, was für einen Einfluss ein Website Interface hat, das auf jedem Gerät und bei jeder Auflösung funktioniert. Was bringt das für Vorteile für seine Website?

Oder ein anderes Beispiel sind Farben und Typografie. Es gibt Designer, die können ihre Ideen und Entscheidungen klar artikulieren und andere, die einfach nur sagen: „das ist rot” oder „ich habe Helvetica benutzt”. Aber was macht das aus? Wo ist der Unterschied?

Mit den richtigen Worten merkt der Zuhörer, dass du Ahnung hast, von dem was du erzählst und das weist gleichzeitig darauf hin, dass du ein Experte in deinem Bereich bist. Lern also die richtigen Wörter zu benutzen und beschreibe Farben nicht einfach nur mit ihrem Namen. Du musst wissen, wie sich die eine von der anderen unterscheidet und was das für ein Einfluss auf den User hat.

Merke dir aber:

Wenn du ihn nach Design fragst, ist die Chance sehr groß, dass er auch auf Design antwortet.

Das Aussehen und der Style ist unsere Sache und wir Designer haben vorher schon bewertet, was die beste Entscheidung für das Layout ist. Darin sind wir Experten und darin kennt sich der Kunde nicht aus. Das ist Design-Kram und genau dafür hat er uns beauftragt.

Was den Kunden aber interessiert, ist, wie dein Layout und deine Design-Entscheidungen ihm helfen, sein Problem zu lösen.

Das Beste ist also, ihn erst gar nicht auf das Design anzusprechen. Frag ihn also auf keinen Fall, wie er das findet oder nach seinem persönlichen Empfinden im Bezug auf das Design. Frag stattdessen lieber gezielt, ob er denkt, dass dieses Layout die vorher definierten Ziele erreichen wird. Nur so kannst du auch ungewolltes Feedback vermeiden, das dich weiter in eine Richtung treibt, in der du nicht mit dem Kunden diskutieren möchtest.

Jetzt hast du in dieser Podcast-Folge von mir immer wieder die Worte „Probleme lösen”, „Ziele” und „Design-Entscheidungen” gehört. Und der einfache Grund dafür ist, dass wir als Designer nichts anderes tun.

Du gestaltest ein Layout und triffst Entscheidungen, die dem Kunden helfen, eine bestimmte Sache zu verbessern, zu optimieren oder zu lösen. Dafür bezahlt er dich und nur mit diesem Hintergrundwissen kannst du ihn am Ende mit deiner Präsentation auch zufriedenzustellen.

Ich weiß, da gehört viel Übung dazu und natürlich kannst du diese Tipps vielleicht nicht direkt umsetzen, aber sehe einfach jede noch so kleine Präsentation in deinem Alltag, als ein Training.

Auch wenn du etwas in deinem Team vorstellst, wo auch andere Designer sitzen, versuche deine Design-Entscheidungen mit den Zielen des Kunden in Verbindung zu bringen. Das ist der Schlüssel und dadurch klingen Begründungen und Entscheidungen für alle auch logisch.

Weitere nützliche Quellen zu diesem Thema:

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