Design Fragen Podcast

Bist du gut genug um als Designer Geld für deine Dienstleistung zu verlangen?

Die größte Hürde für Designer

Chris hat mir geschrieben und gefragt, ab wann er als Designer Geld für seine Arbeit verlangen kann. Die Antwort scheint simpel zu sein, ist aber doch tiefgreifender, als du vielleicht denkst. Denn für die meisten Designer, ist die Stimme in ihrem Kopf, die größte Hürde.

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Woher weiß ich ob ich als Designer gut genug bin um Geld für meine Dienstleistungen zu verlangen.
Eine Frage von Chris

Wie ist die Ausgangslage?

Für viele ist die Frage vielleicht etwas eigenartig beziehungsweise einfach zu beantworten. Denn wenn du Geld damit machst, machst du eben Geld. Aber ich denke, es steckt für jeden Designer ein bisschen mehr dahinter und am Ende hat es nicht unbedingt etwas mit Geld oder deiner Leistung zu tun, sondern mit deiner Denkweise. Und genau da steckt für viele die Hürde.

Viele Fragen, die mich erreichen, sind oft reine Kopfsache. Das ist gerade heutzutage häufig ein Problem, da uns überall immer etwas Besseres, Schnelleres und Tolleres vorgehalten wird. Wir denken einfach oft, dass wir für eine bestimmte Sache nicht gut genug wären. Aber ist das so?

Lass uns versuchen, erst noch mal das Problem bei dem Ganzen zu beschreiben.

Du bist ein junger Designer, hast noch keine Erfahrung mit bezahlten Jobs gemacht und du weißt nicht, ob du bereit bist, einen bestimmten Auftrag gegen Bezahlung erfolgreich abzuschließen.

Hast du denn selbst schon genügend Webseiten, Design-Projekte, Konzepte und Layout Ideen gestaltet? Woher kommt die Unsicherheit? Kommst du frisch aus der Uni? Bist du gerade mit deiner Ausbildung fertig oder hast du dir einen neuen Bereich selbst beigebracht?

Selbst wenn eins davon zutrifft, hast du doch schon Erfahrungen in deinem Bereich gesammelt, oder? Weil ganz ohne geht es natürlich nicht. Und ganz ohne würdest du vermutlich auch nicht Geld für deine Arbeit verlangen wollen.

Du denkst dir vielleicht selbst: Ja schon, aber das ist dann ein realer Auftrag, gegen Geld. Das ist nicht wie ein Uni-Projekt oder ein fiktiver Auftrag, den ich mir selbst ausgedacht habe, um mein Portfolio zu füllen.

Da frage ich dich: Warum soll ein reales Projekt anders sein, als ein Ausgedachtes? Es ist ein anderer Auftrag, aber der selbe Schreibtisch, die gleiche Luft, das gleiche Design-Programm, die gleichen Gedanken – dein gewohntes Umfeld.

Wie so oft: Es ist eine Kopfsache

Zuhause, wenn du für dich selbst arbeitest, klappt vielleicht alles, aber sobald du auf die große Bühne gehst, hast du Schwierigkeiten. Das geht vielen aus der kreativen Branche so.

Aber es ist deine Denkweise, die du anpassen musst. Du musst Vertrauen haben in dich selbst und überzeugt von dir sein.

Auch wenn es nach außen hin für manche dann vielleicht sogar ein bisschen arrogant klinkt, aber du musst an das glauben, was du auch kannst. Du hast das gelernt, was du lernen musstest. Du hast Zeit investiert und dich in einem Bereich weiterentwickelt. Wenn andere am Wochenende nichts getan haben, hast du zuhause gesessen und weiter geübt.

Warum sollte ein Kunde jetzt mehr über Web Design, Typografie, UX Strategien und Design Layouts wissen? Warum? Hat er die gleiche Arbeit reingesteckt? Weiß er so viel wie du? Ich denke nicht, sonst würde er es ja vielleicht selber machen.

Deshalb ist es so wichtig, sich in diesem Moment als der Experte zu positionieren. Du weißt mehr in einem Bereich, als jemand anderes.

Als junger Designer fehlen dir Erfahrungen

Als junger Designer weißt du nicht viel über Branding, über gute Inhalte, oder wie du mit dem User im Hinterkopf ein Interface Layout gestaltest. Du arbeitest mit Parametern, die dir vorgegeben werden. Und das ist absolut fein für den Anfang, weil das für viele Kunden völlig ausreicht. Sie brauchen auch nicht mehr.

Nach zwei bis drei Jahren kannst du dich weiterentwickeln und die nächste Stufe angehen, bei der du speziellere Kunden bedienst und Projekte bearbeitest, bei denen es mehr darum geht, eine individuelle Lösung für ein Problem zu finden.

Deine erste Aufgabe ist es, die Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, „du kannst das nicht”, zu verdrängen.

Nein ist keine Option. Du musst es machen, oder du wirst nicht überleben. Das ist hart gesagt, aber bringt dich weiter. Du musst diese ganze negative Selbstzweifel-Denkweise loswerden und an das glauben, was du kannst. Es wird dich sonst fertig machen.

Es gibt keine Zauberformel für Designer, die dich und deine Fähigkeiten sofort nach vorne katapultiert

Natürlich sollst du jetzt nicht wie der Gott des Webdesigns auftreten und denken, ich kann alles, was wollt ihr denn überhaupt.

Sei dankbar für einen Kunden, der dir Vertrauen schenkt. Finde heraus, was du für ihn machen kannst. Rufe deine beste Leistung ab und gestalte ein wunderschönes Layout.

Du weißt, was deine Fähigkeiten in der Vergangenheit geleistet haben, und mit diesem Wissen gehst du auch voran.

Der Kundenauftrag kann immer ein Stückchen über dem liegen, was du selbst schon kannst oder dir zutraust. Aber wenn es nicht genügt, mach ganz einfach ein Schritt zurück und lerne und übe und lerne.

Was ist so schwer daran? Alle wollen immer sofort und ohne Hürde diesen einen Zaubertrank schlucken, der sie direkt nach vorne katapultiert. Aber den gibt es nicht. Letztendlich bist du selbst derjenige, der sich durch Neugier und Übung nach vorne bringt. Da hat sich noch nie was geändert.

Wann kannst du deine Dienstleistung also verkaufen?

Abschließend hätte ich die Frage natürlich auch kurz und knapp in einem Satz beantworten können, aber mir war es wichtig, diese mentale Denkweise hier in dieses Thema mit einzubringen. Weil das für viele einfach die erste Hürde ist.

Aber so wie ich es sehe, musst du, um eine Dienstleistung zu verkaufen, in einem Bereich mehr wissen, als dein Kunde. Wenn du also ein Design Service anbietest, für den du auch Geld verlangen möchtest, dann musst du dich in diesem Bereich besser auskennen. Warum sollte er dich sonst engagieren? Klar, er könnte es vielleicht auch selber machen oder es sich selbst beibringen, aber er will sich die Zeit sparen, da er weiß, dass es andere gibt, die es besser können als er selbst.

Kannst du es besser als er? Kannst du ihm dabei helfen?

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