Business Design Podcast

Wie löst man ein Problem mit Hilfe von Design?

Ich gestalte überwiegend User Interfaces im Web Bereich und einer der Gründe, warum ich überhaupt von Kunden gebucht werde ist, damit ich ein bestimmtes Problem für sie löse. Designer sind also Problemlöser oder sogenannte Problem Solver.

Und auch überall im Internet hört man, dass das, was wir als Designer wirklich machen, Probleme lösen ist. Aber wie macht man das eigentlich? Und warum ist es für dich unbedingt notwendig, das zu beherrschen? Genau darüber möchte ich heute sprechen.

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Wie löst du als Designer ein Problem?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Indem du die richtigen Fragen stellst. Und so viele machen das leider einfach falsch.

Viele gehen zu schnell in ihren Design-Prozess über, ohne überhaupt mehr über den Kunden und seine Business-Ziele zu erfahren. Und das habe ich am Anfang meiner Selbstständigkeit genauso gemacht.

Ich erzähle dir am besten mal von einem einfachen Beispiel, damit du dir das besser vorstellen kannst:

Wenn ich früher in eine neue Geschäftsbeziehung gekommen bin oder eine Projektanfrage zugeschickt bekommen habe, habe ich natürlich versucht, die Ziele des Projekts zu verstehen. Vermutlich nicht so intensiv und bewusst wie heute, aber ich habe immer ein paar Fragen gestellt. Allerdings waren diese Fragen sehr oberflächlich. Und die Antworten darauf waren zusammengefasst dann ungefähr so:

  • Der Kunde braucht eine Website.
  • Sie muss fertig sein zu einem bestimmten Datum.
  • Er hat zwei Partnerfirmen.
  • Der Grund, warum sie sich gegründet haben, ist X.

Und mit diesen Infos bin ich losgezogen und habe das Interface gestaltet und die Website erstellt. Drei Wochen später bin ich zurück und habe sie ihnen übergeben und das wars.

Das war vor allem am Anfang ein typischer Design Prozess von mir und vielleicht kann sich der ein oder andere darin wiederfinden. Und falls ja, will ich dir genau heute erzählen, wie und warum du das Ganze besser machen solltest.

Manchmal ging es bei mir in die richtige Richtung und manchmal ging es auch in die falsche Richtung und mein Layout hat das eigentliche Ziel verfehlt. Und der einzige Grund dafür ist, dass ich nicht genügend Zeit investiert habe, über das wirkliche Problem zu reden und dieses auch überhaupt erst zu diagnostizieren (also bestimmen oder festlegen).

Wir reden zu schnell von Ästhetik und grafischem Aussehen

Was du also gerade am Anfang nicht machen solltest, ist, Fragen zum Aussehen oder der grafischen Oberfläche zu stellen. Wie eine Website wahrgenommen werden soll oder welche Probleme mit welchen Farben gelöst werden könnten, spielt erstmal keine Rolle.

Gerade am Anfang musst du die viel tieferen Probleme verstehen. Was versucht der Kunde mit dem Business dahinter zu erreichen und was sind die Ziele des Projekts und des Unternehmens allgemeinen?

Wenn du diese Probleme und Ziele verstehst bzw. rausfindest, wird alles, was du von da an machst, eine Menge mehr Wert sein für den Kunden, weil du ihm dann wirklich helfen kannst, eine Lösung zu gestalten. Und dieses Design löst auch wirklich die Probleme die er hat.

Wenn du also mit einem potentiellen Kunden oder in deinem ersten Projekt-Meeting steckst, frag dich selbst:

  • Wie schnell gibst du Anweisungen, wenn du eigentlich noch Fragen stellen solltest?
  • Wie schnell gehst du in den Design-Part über? Fehlt dir vielleicht doch noch eine Info?
  • Wie schnell beschäftigst du dich mit ästhetischen und grafischen Problemen, bevor du überhaupt zu 100% den eigentlichen Hintergrund und das Problem verstanden hast?

Vielleicht fragst du dich auch manchmal, warum manche Designer mehr verdienen als andere. Denk einfach über genau dieses Thema nach, denn das ist der entscheidende Unterschied.

Die einen lösen ein Problem und die anderen beschäftigen sich nur halb, nicht gezielt oder zu unsicher damit.

Wie sehen zum Beispiel Probleme aus, die wir als Designer lösen können?

Wie wertvoll ein Web Designer in einem Projekt oder für den Kunden ist, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Viele Designer, die vielleicht auch gerade am Anfang sind, hören immer „Problem, Probleme”, aber wissen gar nicht wirklich, wann der Kunde überhaupt ein Problem nennt, was davon wichtig ist und was man aufschreiben sollte bzw. anschließend lösen. Lass mich dir deshalb einfach mal so ein paar Probleme und Ziele auflisten, die Kunden oder Unternehmen haben:

Mögliche genannte Ziele und Probleme:

Wir haben ein neues Produkt X in unserem Online-Shop, das sich nicht gut genug verkauft und wir möchten, dass es richtig präsentiert wird.
Klassisches Problem. Eine mögliche Lösung wäre: Eine Landingpage erstellen und das Produkt gezielt online vermarkten, damit eine hohe Conversion Rate erreicht werden kann. (Starte hier die kostenlose 4-teilige Video Serie).

Unser Ziel ist, mehr Besucher anzulocken und dementsprechend auch mehr Kunden und Kooperationen zu generieren.
Frag erstmal, warum momentan nicht genügend neue Besucher auf die Seite kommen. Die Antworten darauf bringen dich auf das Problem und dementsprechend auch auf die Lösung, die du gestalten musst. Beispiel: Es gibt zu wenig gute und interessante Inhalte auf der Website, die Suchmaschinenfreundlich aufgebaut sind und auch von Menschen gefunden werden können. Vielleicht gestaltest du also einen Blog-Bereich, wo das Unternehmen mehr über sich, die Stärken und Tätigkeiten sprechen kann (Content Marketing).

Es kommen nicht genügend Bewerber auf uns zu, aber wir haben so viel Arbeit, dass wir fast platzen.
Eine mögliche Lösung wäre: Ein Bereich für die Website designen, bei dem es nur um Anstellung, Bewerbung und Vorteile geht und warum es so schön ist, in diesem Unternehmen zu arbeiten.

Wir haben zwei Ideen für einen neuen Service, den wir anbieten wollen. Wir sind uns aber noch unsicher, welche davon die bessere Lösung ist. Kannst du uns dabei helfen?
Hier kommt es möglicherweise eher darauf an, kein fertiges oder finales Layout zu gestalten, sondern beide Varianten während eines User-Testings auszuprobieren. Die beste Möglichkeit, die wir als Designer dafür liefern können, ist, ein Prototypen zu erstellen, um für beide Ideen schnell in der Realität Feedback zu bekommen.

Je nachdem mit welchen Kunden du zu tun hast, können die genannten Probleme natürlich auch kleiner bzw. normaler sein. Wie zum Beispiel:

Wir haben ein Cafe, Mode-Geschäft oder Unternehmen X und brauchen eine Website, die uns repräsentiert.
Hier musst du definitiv herausfinden, was ihnen wichtig ist, wie sie nach außen hin wahrgenommen werden wollen und warum sie denken, dass sie so eine Website überhaupt brauchen. Die Antworten darauf zeigen dir, worauf du in deinem Konzept und Layout achten musst. Nach außen hin hört sich so eine Anfrage immer sehr einfach an. Aber damit du wirklich die Vorteile und wichtigen Merkmale des Kunden oder seines Services vorrangig präsentieren kannst, musst du definitiv die richtigen Fragen stellen.

Welche Fragen du stellen kannst, um die Ziele und Probleme in einem Projekt herauszufinden

Die richtigen Fragen stellen, darauf kommt es also an. Aber wie genau formuliert man diese professionell? Wie zeigst du dem Kunden, dass du Ahnung hast, von dem was du tust?

Genau darüber möchte ich nächste Woche sprechen. Ich zeige dir anhand einer meiner Projektanfragen, wie genau ich mit dem Kunden hin und her diskutiere, bis ich wirklich das Problem und die Ziele herausgefunden habe.

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