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Q&A: Als Webdesign Freelancer arbeiten

Eine weitere Frage von Anna, die ich in diesem Artikel beantworten möchte.

Sie möchte wissen, für welchen Weg ich mich nach meiner Ausbildung entschieden habe und was es eigentlich bedeutet, als Webdesign Freelancer zu arbeiten. Gibt es bestimmte Voraussetzungen oder muss man dafür ein Unternehmen gründen?

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Der Traum der Selbstständigkeit… Für welchen Weg hast du dich als erstes entschieden? Freelancer oder doch von Anfang an die Unternehmensgründung? Welcher Weg ist in welcher Weise sinnvoll? Was sollte man bedenken? Welche Voraussetzungen sind deiner Meinung nach wichtig? Gibt es Dinge, die man als Freelancer beachten sollte?
Frage von Anna

Gute Frage und vermutlich besteht hier auch bei vielen anderen Erklärungsbedarf.

Auch um als Freelancer zu arbeiten, musst du etwas "gründen" oder dich auf eine Unternehmensform festlegen. Ich arbeite zum Beispiel auch als Freelancer und habe dafür ein Gewerbe angemeldet, das ich als Einzelunternehmen führe.

Wenn du mit deiner Ausbildung fertig bist und nicht als Festangestellter arbeiten möchtest, sondern selbstständig sein willst, dann ist Web Design Freelancer nur ein Begriff, den du dafür verwenden kannst. Du bist dann ein "Freier Mitarbeiter", der für mehrere Kunden arbeitet.

Was bedeutet Webdesign Freelancer

Als Freelancer bist du selbständig tätig und kannst frei entscheiden, mit wem du arbeitest und wie du dein Geld verdienst.

Der Begriff "Freelancer" kommt aus dem Englischen und wird in der deutschen Medienwelt vermutlich deswegen auch häufig verwendet. Im Grunde genommen bedeutet das einfach nur, dass du "frei" für ein Unternehmen oder Kunden arbeitest und dort nicht fest angestellt bist. Das heißt ein Kunde oder auch eine Agentur hat dich für ein bestimmtes Projekt engagiert und möchte, dass du für einen Zeitraum X mit ihnen an diesem Projekt arbeitest.

Das Gute ist, dass du unabhängig von dem Unternehmen oder dem Kunden arbeiten kannst. Du bist nicht deren Organisationsstruktur unterworfen. Das heißt, für dich zählt nur das, was zwischen euch und für den Auftrag vertraglich festgehalten wurde. Alles andere kannst du selbst gestalten.

Wenn dich ein Kunde anschreibt und du ihm eine Website gestaltest, dann kannst du das von Zuhause aus tun. Wenn du für eine Agentur arbeitest, dann kann es gut sein, dass du ein oder zwei Wochen lang vor Ort bei den Festangestellten sitzt.

Es bleibt dir überlassen, wie du diese Dinge handhabst. Andere Designer, die ich kenne, helfen Agenturen regelmäßig bei Projekten und haben deshalb mit der Agentur eine Tagespauschale verhandelt. Ich zum Beispiel versuche überwiegend mit eigenen Kunden zu arbeiten.

Siehe auch: Was spricht gegen einen Stundensatz? Design Freelancer Meinung

Aber das ist eben das Schöne daran. Unabhängig zu arbeiten, ermöglicht dir, selber Entscheidungen zu treffen und dir eigene Regeln aufzustellen. Gestalte deine Arbeit so, wie du am besten arbeiten kannst und nicht, wie ein Unternehmen es vorgibt.

Es gibt aber auch Nachteile, als Freelancer zu arbeiten:

  • Deine Arbeit ist meistens befristet und du musst selbst schauen, dass du nach einem Auftrag wieder einen Neuen bekommst. Nur so verdienst du Geld.
  • Wenn du krank bist oder in den Urlaub fährst, wirst du nicht wie ein Festangestellter weiterhin bezahlt. Es liegt an dir, dass du gesund und fit bleibst und wieviele Urlaubstage du dir im Jahr freinehmen kannst.

Es geht nicht nur darum, "frei" zu arbeiten und nur die coolen Projekte anzunehmen oder einfach nur Designer zu sein. Ein sehr großer Teil ist auch, sich selbst zu organisieren und Disziplin zu haben. Wenn es den Bach runter geht (und das wird sicherlich mal passieren) dann musst du die Stärke haben, auch wieder aufzustehen und nicht aufzugeben! Aber das ist etwas, das du über die Jahre lernst.

Wie ist der Unterschied zu einem Unternehmer?

In deiner Frage hast du auch die Unternehmensgründung angesprochen.
Daher nochmal zur Aufklärung: Auch als Freelancer kannst du Unternehmer sein und ein Einzelunternehmen haben. Aber du schreibst in deiner Frage explizit "Unternehmensgründung" und das hört sich erstmal sehr groß und massiv an.

Ein richtiges Unternehmen (Firma, GmbH) zu gründen, ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Du brauchst einen Businessplan, eine gute Idee und hast vermutlich auch Angestellte.

Auch für die Unternehmensführung brauchst du andere Fähigkeiten als ein Freelancer. Hier geht es wirklich um das Business. Wenn du einen Auftrag bekommst, bearbeitest du ihn dann als Unternehmer nicht mehr selbst. Du suchst dir deine Leute, die für dich arbeiten. Du schaust, wie du aus dem Auftrags-Budget am meisten rausholen kannst, um zu wachsen.

Als Beispiel: Der Kunde braucht zu der Website auch ein Logo. Du selbst und alle deine Mitarbeiter sind aber keine Logo-Designer. Deshalb sagst du diesen Auftrag aber nicht ab! Du suchst dir jemanden, der das Logo für dich gestaltet. Der Kunde muss davon nichts mitbekommen und es interessiert ihn auch nicht. Für ihn ist nur das Ergebnis entscheidend.

Und jetzt kommt der Unternehmer ins Spiel. Du weißt, dass du für das Logo ein Budget von 10.000 Euro hast und suchst dir jetzt einen externen Designer (zum Beispiel einen Freelancer), der das einfach für die Hälfte macht. Somit hast du auch daran verdient und genau so funktioniert Business.

Wenn du direkt aus der Ausbildung kommst, ist der Weg zu einem großen Unternehmen noch sehr lang. Aber wie gesagt, kannst du auch als Freelancer unternehmerisch tätig sein.

Ob ein Selbstständiger ein Unternehmer ist oder nicht, hängt NICHT von der Unternehmensform ab.

Ich habe damals schon vor meiner Ausbildung ein Gewerbe angemeldet und selbstständig Aufträge bearbeitet. Dieses führe ich auch heute noch. Ob ich mich jetzt als Unternehmer, Selbstständiger oder Freelancer beschreibe, bleibt mir überlassen.

Jetzt noch detailliert in die Gründungsformen einzutauchen, würde den Umfang hier sprengen, aber falls es Interesse in der Richtung gibt, kann ich auch gerne eine Schritt für Schritt Anleitung anlegen, die dir zeigt, wie genau man zu einem Freelancer wird.

Meine Empfehlung für alle Webdesign Azubis oder die, die Freelancer werden wollen

Arbeite nach der Ausbildung oder dem Studium lieber noch 1-3 Jahre in Agenturen und startet dann als Freelancer voll durch.

Gut ist, wenn du in unterschiedlichen Medien-Betrieben festangestellt bist, damit du dir verschiedene Strukturen und Abläufe abschauen kannst. Denn das Wichtigste für den Anfang der Selbstständigkeit, ist eine gute Vorbereitung.

Ungelogen: "Klau" dir einfach so viel du kannst. Das ist nicht auf die Photoshop oder Sketch Dateien bezogen! Wenn die Agentur eine durchdachte Ordnerstruktur für Projekte hat, dann übernehme sie auch als Freelancer. Gibt es Tricks, wie sie gut im Team arbeiten, dann beobachte das und schreib dir alles auf. Wie präsentieren sie Layouts dem Kunden? Was lief schon immer schlecht und was kannst du auf jeden Fall als Selbstständiger besser machen?

Große Unternehmen haben Zeit und Geld bestimmte Abläufe zu optimieren. Nutze das aus, schau vieles ab und integriere das Beste von allem in dein eigenes Business!

Die Vorherige Frage, die Anna gestellt hat: Q&A: Webdesigner Gehalt nach der Ausbildung

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