Business Fragen Podcast

Sich als Designer für die Selbstständigkeit vorbereiten

Aus der Agentur in die Selbstständigkeit

Wie gehe ich diesen Schritt am besten an und was ist bei der Vorbereitung wichtig?   
Das ist auch eine Frage, die mir Tom geschickt geschickt hat und die ich heute in dieser Folge angehen möchte. 

Es geht unter anderem um die Wichtigkeit von Geld und welchen Puffer du dir gerade am Anfang ansparen solltest.
Um deine privaten und geschäftlichen Ausgaben richtig festzuhalten, habe ich dir als kleine Starthilfe eine Tabelle zum kostenlosen Download integriert.

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Die grösste Hürde ist für mich im Moment der Schritt ins selbstständige Arbeiten. Was mich im speziellen interessieren würde ist: Wie hast du begonnen selbstständig zu arbeiten? Langsamer Übergang oder Sprung ins kalte Wasser? Wie organisierst du deinen Tagesablauf? Und vor allem: Wie kommst du an Jobs, bzw. wie hast du deine ersten eigenen Kunden akquiriert?
Frage von Tom

Deine Frage ist für jeden entscheidend, der als Designer anfangen will, selbstständig zu arbeiten. Je früher du dich mit solchen Themen beschäftigst und je früher du anderen Fragen stellst oder dir direkt Sachen abschaust, desto einfacher wird dir später der Übergang fallen. Gut also, dass du dir schon jetzt darüber Gedanken machst!

Deine Frage nur kurz und knapp zu beantworten, ist für mich unmöglich und es gibt wahnsinnig viele Aspekte, die eigentlich dazu erwähnt werden müssten.

Aber da in deiner Frage eigentlich drei Verschiedene stecken, teile ich sie auch in drei eigene Episoden auf und versuche jeden Teil etwas genauer zu beschreiben.

Wie muss ich mich für die Selbstständigkeit als Designer vorbereiten?

Die Grundlage für den Start in dein eigenes Business ist ein gutes Portfolio. Du musst dir sicher sein, dass das, was du anbieten kannst, sich auch verkaufen lässt und wirklich gut ist. Schaue also zuerst mit deinen eigenen Augen auf deine Arbeit und entscheide aus einer wirklich ernsten Perspektive, ob das bei dir der Fall ist.

Muss dein Portfolio noch reifen, schreck jetzt nich zurück sondern arbeite weiterhin hart daran. Lerne, bau deine Fähigkeiten aus und sammele Erfahrung in dem Gebiet, das du später anbieten möchtest.

Wenn du bereit bist, mach dir über folgende vier Punkte genau Gedanken:

  1. Habe ich genügend Geld um zu starten? Geld bedeutet Sicherheit. Wenn das also nicht der Fall ist, wie kommst du an mehr?
  2. Was will ich verkaufen? Welchen Service willst du anbieten?
  3. Wie komme ich an Kunden? Nur indem du von anderen für deine Arbeit bezahlt wirst, kannst du überleben.
  4. Was sind deine eigenen Ziele? Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus?

Den von dir angesprochenen Sprung ins kalte Wasser würde ich so direkt nicht empfehlen. Eine gute Vorbereitung schadet nie und ich denke, nachdem du diese Folge gehörst hast, fühlst du dich vielleicht auch schon ein Stück weit sicherer. Denn darum geht es ja auch irgendwie: Sich selbst ein bisschen die Angst zu nehmen.

Denn obwohl viele Angestellte eigentlich selbstständig arbeiten möchten und sich total gut vorstellen könnten, ihr eigener Chef zu sein, schrecken doch viele davor zurück, da natürlich auch ein wenig Aufwand damit verbunden ist.

Aber jeder einzelne Schritt wird sich lohnen und letztendlich auch auszahlen!

Dir geht es ja vermutlich nicht nur darum, schnell mal etwas auszuprobieren. Dein Plan ist sicherlich, längerfristig unabhängig zu arbeiten und dein eigenes Ding aufzubauen. Und vom Gefühl her ist das wirklich die Krönung, wenn es um Spaß und die eigene Motivation geht. Für mich gab es arbeitstechnisch gesehen nichts, was dem bisher nahe gekommen ist. Etwas eigenes aufzubauen, fühlt sich einfach richtig gut an!

Ein paar Sicherheiten solltest du dabei aber beachten und einige davon versuche ich dir in den nächsten drei Podcast Folgen zu vermitteln.

Der Schritt aus der Agentur in die Selbstständigkeit

Die richtige Ausgangslage schaffen

Der perfekte Beginn ist für dich momentan noch die Festanstellung. Das hört sich komisch an, da du ja eigentlich davon weg willst, aber deine Agentur oder dein Betrieb gibt dir momentan viel Sicherheit.

Dank deines Vertrages und weil du dort arbeitest, wirst du auch weiterhin regelmäßig bezahlt und kannst somit „in Ruhe” deinen Start als Freelancer und Selbstständiger planen. Erst, wenn du dir sicher bist, dass es funktionieren kann, solltest du dich abkappen.

Es ist absolut kein Problem, erstmal nebenbei alles vorzubereiten und weiterhin den null acht fünfzehn Job zu machen. Du hast dein Ziel vor Augen und weißt, dass es nicht mehr lange dauern wird!

Regele erstmal die nötigen Anmeldungen, informiere dich so gut es geht über rechtliche Dinge und versuche, an deine ersten Kunden ranzukommen. Aber dazu später mehr.

Der Grund, warum ein Sprung ins kalte Wasser für die meisten nicht zu empfehlen ist, ist eigentlich sehr simpel: Geld.

Du brauchst als erstes einen Vorrat, den du dir für deine Selbstständigkeit ansparen solltest. Und das ist der Fehler, den die meisten machen und vermutlich habe ich als gebürtiger Schwabe in der Richtung schon immer ein „sicheres” Händchen gehabt. Aber egal hinter welchen Werten du stehst oder welche Beziehung du zu Geld hast – es ist extrem wichtig zu verstehen, dass du nur mit Geld überleben kannst und auch davon abhängig bist.

Ich rate dir, dich minimum ein halbes Jahr im Voraus selbst bezahlen zu können, ohne auf Aufträge angewiesen zu sein. Diesen Puffer solltest du auch weiterhin vor dich „herschieben”.

Je nach Lebensstandard variiert diese Zahl natürlich. Gehen wir also mal davon aus, dass du runde 1700 Euro monatlich zum Leben brauchst, ergeben sich dadurch etwas mehr als 10.000 Euro. Das sollte also mindestens deine Sicherheit für den Anfang sein, bevor du überhaupt loslegst.

Allgemein kommst du nich drumrum, dir einmal eine ordentliche Tabelle anzulegen, in der du deine persönlichen und geschäftlichen Ausgaben eintragen kannst. Diese wird mit der Zeit wachsen, aber daran erkennst du sofort, was du mindestens pro Monat brauchst, um überhaupt weiter zu kommen und ein Dach über dem Kopf zu haben.

Zusätzlich helfen dir diese Beträge auch, deinen Stundensatz für mögliche Freelance Jobs zu berechnen.

Unterteile deine Ausgaben am besten in zwei Tabellen:

Beispiel Geschäftliche Ausgaben:

  • Miete + Nebenkosten, Instandhaltung Büro, Einrichtung, Hardware, Software, Handy-Verträge, Domain und Serverkosten, Internet, Abos wie Dropbox, Kosten für Bankkonten, Weiterbildungen und Online Kurse, Versandkosten, Lizenzen, Versicherungen, Spenden, vielleicht auch Auto, Geschäftsreisen usw.

Beispiel Private Ausgaben:

  • Miete, Gas, Wasser, Müll, Garten, Putzkraft, Putzmaterial, Wäscheservice, Instandhaltung Wohnung, Vermögenssteuer, Internet und Telefon, Mobile, Netflix, Amazon Prime, Spotify, Fitnesscenter
  • Unterstützung Rente Familie, Rente und andere Vorsorgen
  • Friseur, Haarpflege und Hygiene, Zahnreinigung, Klamotten, Lebensmittel, Restaurants
  • Krankenversicherung, Arztbesuche, Medikamente, Schulausgaben, Ausgaben Kinder
  • Auto oder Leasing, Spritkosten, Auto Versicherung, Auto Instandhaltung, Auto Lizenz, Parkgebühren, öffentliche Verkehrsmittel, andere Transportmittel, Instandhaltung Fahrrad
  • Reisekosten privat Urlaub, Geschenke
  • Kosten Kreditkarten, Kosten Bankkonto, Schulden
  • Investitionen und Finanzierungen, Absicherungen und Ersparnisse, Vorsorge für Ruhestand usw.

Ausgaben Tabelle als Vorlage runterladen

Damit du Zeit sparen kannst und dir das Ganze jetzt nicht abschreiben musst, habe ich hier für dich diese Tabelle als Vorlage zum Download bereitgestellt:

Numbers Download: Numbers Vorlage Ausgaben Tabelle
Excel Download: Excel Vorlage Ausgaben Tabelle

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Natürlich musst du diese Tabelle an deine eigenen Bedürfnisse anpassen. Je nach Lebensart und Standort fällt etwas weg oder kommt verschiedenes hinzu. Aber vermutlich hast du jetzt schon ein paar Kosten entdeckt, an die du erstmal nicht gedacht hättest.

Warum ist es wichtig, seine Ausgaben zu wissen und einen Puffer anzuhäufen?

Schon mehrmals angesprochen habe ich in dieser Folge das Wort Sicherheit. Und Geld auf deinem Konto gibt dir eben Sicherheit.

Diese Start-Hilfe nimmt dir aber auch noch etwas ganz anderes und zwar Druck. Du fühlst dich also nicht von Anfang an gezwungen, schlechte Aufträge anzunehmen, nur weil du fast kein Geld mehr hast. Durch dieses Backup kannst du auch mal ein paar Kunden absagen, da sie nicht das repräsentieren, für das du stehst oder der Auftrag nicht deine Ziele widerspiegelt.

Jetzt geht es los und du musst deinen ersten Kunden finden

Wie du das am besten angehst, erzähle ich dir in der nächsten Folge.

Ich gehe auf die Frage ein, wie du als selbstständiger Designer deinen ersten eigenen Kunden erreichst und was mir bei meinem Start unheimlich geholfen hat.

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