Business Fragen Podcast

Dein erster eigener Kunde als selbstständiger Designer und Freelancer

Sobald du den Schritt in die Selbstständigkeit gut geplant hast, geht es darum, deinen ersten eigenen Auftrag zu bekommen.

In dieser Podcast Episode zeige ich dir einen Weg, der mir extrem geholfen hat. Zudem erzähle ich dir von meinen ersten Projekten und dem wichtigen Unterschied, zwischen einem Design Freelancer und einem selbstständigen Unternehmer.

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Wie erreichst du als Web Design Freelancer oder selbstständiger Unternehmer deinen ersten eigenen Kunden?

Diese Folge ist eine weitere Frage von Tom zum Thema Selbstständigkeit. Seine erste habe ich schon letzte Woche beantwortet: Sich als Designer für die Selbstständigkeit vorbereiten

Du kannst den Schritt in die Selbstständigkeit während deiner Festanstellung noch für dich behalten. Aber sobald es soweit ist, erzähle jedem davon!

Du glaubst nicht, wie wichtig Freunde und Bekannte gerade am Anfang für dich sind. Und auch in Zukunft, bekommst du viele Aufträge durch Mundpropaganda. Indem du anderen erzählst, dass du ab jetzt frei als Designer arbeitest, erzählen sie wiederum ihren Freunden davon und alle diese Menschen sind potentielle Kunden für dich! Einfach jeder, den du auf der Straße oder bei Partys triffst. Besonders die, die du neu kennenlernst.

Behalte immer im Hinterkopf, dass jede Person dich weiterbringen könnte oder dir sogar zu deinem nächsten Auftrag verhilft.

Hör dir deshalb gut an, was andere zu sagen haben. Sei interessiert an Diskussionen und neuen Arbeitsgebieten. Stell gute Fragen, rede nicht zu viel über dich selbst, zeige vielmehr, dass du Interesse an ihnen hast usw.

Zusätzlich versuchst du sie nebenbei von dir und deiner Arbeit zu überzeugen, so dass sie irgendwann als erstes an dich denken, sobald sie oder ein Bekannter mal einen Designer für ein Projekt braucht.

Versuche zusätzlich das digitale Medium als Werbeplattform für dich zu nutzen, weil genau dort das Marketing der Zukunft stattfindet.

Und denk dran:
Am Anfang bist du ein kleiner Fisch in einem riesen Becken voll mit anderen Designern. Nur indem du Dinge tust, die andere nicht machen, kannst du dich von ihnen abheben und dadurch vorrangig bei Kunden auffallen.

Schau mich an! Welche Designer in meinem Umkreis schreiben wöchentlich Blogbeiträge oder nehmen Podcasts auf? Wer gibt öffentlich Einblicke in Design- und Arbeitsprozesse, damit andere davon lernen können? Ich kenne niemand und mit der Zeit verschafft mir genau das einen riesen Vorteil gegenüber allen anderen. Sie wissen es nur noch nicht.

Passend zu diesem Thema: 10 Wege, die mir geholfen haben, bessere Kunden und vor allem gute Projekte zu bekommen.

Dein erster Auftrag

Mein erstes bezahltes Projekt, als ich nach der Agentur angefangen habe selbstständig als Webdesigner zu arbeiten, war „unterschrieben” und sicher unter Dach und Fach, bevor der erste Tag meiner Selbstständigkeit begonnen hatte.

Es war ein Projekt für meine Tante, die zu dieser Zeit ihre dritte eigene Logopädie Praxis eröffnet hatte und unbedingt eine Website brauchte. Ich bin zwar jetzt ein ganzes Stück weiter und würde vieles anders machen aber die Seite ist seit 2012 so geblieben und funktioniert für sie nach wie vor sehr gut.

Danach folgte ein spannendes Projekt für einen Freund, der ein Café in Hamburg eröffnet hatte. Der Salon Wechsel Dich war damals ein großer Schritt für ihn und ich half ihm dabei in allen Design-Bereichen bis hin zu der Umsetzung der Website. Dieser Auftrag verschaffte mir wiederum einen neuen Kunden und mehrere kleine Projekte.

Und so ging es dann immer weiter. Damals erledigte ich zusätzlich zur Website auch noch die ganzen Print Geschichten für meine Kunden. Das mache ich heute nicht mehr. Auch die Programmierung biete ich nicht mehr an. Seit zwei Jahren habe ich mich ausschließlich voll auf User Interface Design spezialisiert und verdiene damit besser als jemals zuvor.

Das liegt natürlich auch an der Erfahrung und dem Können, das sich über die Jahre immer weiter verbessert hat.

Trotzdem spielt die Positionierung deiner Arbeit und deines Angebots eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, mit welchen Kunden du arbeitest und wie viel Geld du verdienen möchtest.

Damals dachte ich noch, je mehr Vielfalt ich anbiete, desto mehr Kunden kann ich auch bedienen. Heute denke ich genau anders herum. Ich möchte weniger Kunden in einem bestimmten Gebiet ansprechen, die aber besser bezahlen, da sie genau so jemanden wie mich suchen.

Dir empfehle ich, die ersten zwei Projekte sicher in der Tasche zu haben, bevor du überhaupt startest. Während du diese bearbeitest, kannst du nebenher weiter auf Kundenakquise gehen.

Fang auf keinen Fall an, ohne einen einzigen Kunden oder ohne ein Projekt, an dem du als Freelancer mitarbeiten darfst! Manche nehmen sich für den Start auch einen Kunden aus ihrer Festanstellung mit (ganz frech). Genauso kannst du dir aber auch selbst einen angeln. Es gehört nur ein bisschen Einsatz dazu.

Höchstwahrscheinlich ist das jemand aus deinem Bekanntenkreis oder ein Auftrag, der dir durch Freunde und Familie vermittelt wird. Aber das ist nichts Schlimmes. Das ist die Basis um ein professionelles Business aufzubauen und dich immer weiter zu verbessern.

Es gibt zwei verschiedene Arbeitswege: Freelancer oder selbständiger Unternehmer

Du kannst als Freelancer arbeiten oder eigene Kunden generieren. Ich beschreibe dir kurz die wesentlichen Unterschiede:

Freelancer werden häufig über einen bestimmten Zeitraum und für eine spezielle Aufgabe gebucht. Sie rechnen mit einem Stundensatz oder einer Tagespauschale ab. Du verkaufst also deine Zeit.

Meistens unterschreibt man irgendein NDA (Geheimhaltungsvertrag), welches dir untersagt, ein Projekt einfach so für deine eigenen Werbezwecke (zum Beispiel in deinem Portfolio auf der Website) zu verwenden. Und das macht diese Methode für mich auch so unattraktiv. Was bringt mir das coolste Projekt, an dem ich als Designer arbeite, wenn ich nicht darüber sprechen darf und alles so aussehen soll, als wäre es nicht von mir, sondern von jemandem anderen gemacht?

Wie auch immer. In der Vergangenheit habe ich auch als Freelancer gearbeitet und bin dadurch auch an größere Kunden rangekommen. In letzter Zeit waren das zum Beispiel Lufthansa Technik, Eurowings oder gerade arbeite ich an einem coolen Projekt für INAIRVATION. Das sind große Namen, die ich alleine als eigene Kunden und als selbstständiger Unternehmer nur schwer direkt erreichen könnte. Deshalb werde ich von anderen gebucht, mit denen ich dann zusammen an den Projekten arbeite.

Es kommt ganz darauf an, welche Zielgruppe du als Selbstständiger hast. Als Freelancer arbeite ich gerne für diese größeren Kunden, aber über meine Website versuche ich eher kleinere Projekte sowie Startups und mittelständische Unternehmen zu erreichen. Warum ich diese Methode, mit eigenen Kunden zu arbeiten, lieber mag, liegt unter anderem auch daran, dass ich nicht gerne mit einem Stundensatz arbeite.

Selbständiger Unternehmer: Wenn du direkt für eigene Kunden arbeitest, verkaufst du Projekte. In den meisten Fällen ist auch die Bezahlung ein Festpreis und projektbasiert. Dafür musst du deine Arbeit gut kalkulieren können und auch Erfahrung haben, wie lange etwas dauert.
Um direkt mit solchen eigenen Kunden arbeiten zu können, musst du die richtigen Fragen stellen und wissen, was der Kunde genau will und wo seine Probleme und Ziele liegen. Zusätzlich musst du Angebote schreiben, selbst andere Designer oder Programmierer dazu holen und auch bezahlen und dich mehr mit rechtlichen Verträgen etc. auseinandersetzen.

Du kannst auch beides gemixt machen, das bleibt dir überlassen. Vermutlich wirst du auch beide Wege kennenlernen. Du wirst aber schnell merken, wie sie sich unterscheiden und was dir besser gefällt.

Hier sind noch meine Tipps, die du als Selbstständiger und Freelancer auf jeden Fall von Anfang an vermeiden solltest! (Podcast Episode 004).

Mit diesen vier Schritten deine nächsten Kunden akquirieren

  1. Versuche bei jedem Projekt das beste Ergebnis zu liefern, um auch von Kunden weiterempfohlen zu werden.
  2. Baue dein Portfolio mit Projekten und Kunden auf, mit denen du auch weiterhin arbeiten möchtest.
  3. Teile deine Arbeit und dein Können auf Sozialen Netzwerken wie Dribbble, Behance, Instagram, Pinterest etc. Überall dort warten potentielle Kunden, die über deine Arbeit stolpern könnten.
  4. Connecte dich mit anderen Designern und Selbstständigen aus der Branche. Auch dadurch kommst du an neue Aufträge, für die andere vielleicht keine Zeit haben oder bei denen sie Hilfe benötigen.

Es gibt wirklich tausende, für die deine Fähigkeiten sehr wertvoll sein könnten. Sie wissen nur nicht, dass du existierst. Und genau das musst du ab jetzt ändern!

In folgenden Beiträgen stecken auch viele Antworten, die dir im Bezug auf die Selbstständigkeit enorm weiterhelfen

Update: Ich habe gerade noch einen passenden Artikel zu diesem Thema gefunden, der inhaltlich richtig gut dazu passt:

Here are your next steps for getting clients and building your freelancing business:

  • Build your portfolio. Make it gorgeous. Share it everywhere. You can use Webflow to do it yourself without coding.
  • Create profiles on Behance, Dribbble, and Webflow to connect with other designers and potential clients. Use their SEO advantage to drive more traffic to your website.
  • Create a profile on Upwork and Design Inc, and bid on contracts. Be confident, and don’t be scared by inexpensive competitors. Also use AngelList to find contracts with promising or established startups.
  • Start meeting people. Get out, meet, and befriend as many non-designers / developers as possible. Be legitimate.
  • Start a blog to complement your portfolio. Write thoughtful, useful content to establish yourself as an expert in your discipline. Let your personality shine through.
  • Convert your websites designs to templates, and release them on sites like Webflow, CreativeMarket, and ThemeForest to earn passive income and awareness.
  • If it’s your style, start hustling. Find people who legitimately need your services and tell them why.

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Deinen Tagesablauf als Freelance Designer organisieren

In der nächsten Folge gehe ich auf die Frage ein, wie du als Selbstständiger deinen Tagesablauf organisieren kannst und wie das bisher bei mir aussieht.

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