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Warum Nebenprojekte für mich als UI/UX Designer so wichtig sind

Ein Nebenprojekt kann ein großes Plus für dich und deine Design-Karriere bedeuten. Und neben dem Effekt, dass du einen weiteren kreativen Part in deinem Gehirn trainierst, tut es auch einfach unheimlich gut, auf ein eigenes Projekt zurückzuschauen oder es nebenher zu pflegen.

Und bei mir war es so, dass ich zusätzlich extrem viel in den Bereichen Vertrauen, Zeitmanagement und Produktivität dazugelernt habe. Und diese Einblicke von meinen persönlichen Projekten möchte ich heute mit dir teilen und dir außerdem ein paar Ratschläge geben, wie du ein eigenes Projekt finden kannst und warum das so wertvoll für deine Arbeit als Designer werden wird.

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Nebenprojekte als Designer starten - warum überhaupt?

Ein Interesse für etwas entwickeln

Woran denkst du, wenn du dich nicht gerade mit Design-Jobs und Freelance Projekten beschäftigst? Setzt du dich neben deinem Beruf vielleicht auch mit anderen Themen auseinander oder hast du ein größeres Interesse für einen bestimmten Bereich entwickelt? Vielleicht hast du auch über die Arbeit ein neues Bedürfnis entdeckt, welches du gerne weiter verfolgen möchtest?

Wenn dem so ist, dann ist das ein großes Plus für dich und deine Design-Karriere.

Es ist gut, etwas auf der Seite zu haben, das dir hilft, einen weiteren kreativen Part in deinem Gehirn zu entwickeln. Deshalb sagen auch viele, dass es besser wäre, wenn Nebenprojekte erstmal nichts mit deinem Job zu tun haben. Das kann ich mir zwar gut vorstellen, trotzdem ist es etwas, dass ich selbst nicht zu 100 Prozent befolge. Bei mir sind Nebenprojekte meistens zur Hälfte auch Dinge, in die ich mein Wissen als UI/UX Designer mit einbringen kann. Und das liegt ganz einfach daran, dass unsere Fähigkeiten und vor allem unsere Denkweisen so wertvoll in vielen Bereichen sind. Ich sehe bestimmte Dinge einfach häufig mit anderen Augen und das hilft, die richtigen Fragen zu stellen um überhaupt weiterzukommen.

Aber auch wenn Nebenprojekte bei mir zur Hälfte was mit meinem Beruf zu tun haben, ist die andere Hälfte Neuland. Und dieser Mix, ist für mich perfekt.

Es ist nämlich schon was dran, dass du dich auch für neue interessante Wege öffnen musst, wenn du deine Karriere weiterentwickeln möchtest. Und das ist einfacher, wenn du dich selbst fragst, wo vielleicht ein Bereich liegt, in dem du schon ein Stück weit eine Leidenschaft entwickelt hast.

Ich habe aber gelernt, dass je mehr Zeit ich mit etwas verbringe und je mehr Früchte es trägt, desto größer wird auch meine Leidenschaft dafür. Du suchst also nicht zwingend zuerst nach deiner Leidenschaft und beginnst dann, du entwickelst sie eher auf dem Weg dorthin.

Wie ich eine Leidenschaft für etwas gefunden habe

Nehmen wir als Beispiel mal meinen Podcast. Er hat angefangen, weil ich mich damit als Experte in meinem Bereich positionieren wollte um letztendlich neue Kunden anzuziehen (hier sind meine Erfahrungen nach dem ersten Jahr). Das Ganze hat sich dann zu einer Leidenschaft entwickelt, die mich jetzt nicht mehr loslässt. Das Feedback, die Fragen und Gespräche mit anderen Designern bestärken mich so in meinem Tun, dass sich der Sinn und Zweck hinter dem Ganzen gewandelt hat. Heute produziere ich nicht mehr Beiträge, die Kunden anziehen sollen (das ist ein möglicher Nebeneffekt), sondern ich bereite Themen vor, die andere Gleichgesinnte interessieren.

Ich gebe meine Erfahrungen an andere Designer weiter und habe großes Interesse daran, das digitale Vernetzt-Sein dafür zu nutzen, dass alle Designer von gleich gutem Wissen lernen können, unabhängig von ihrem Standort und ihrer Stellung. Und das wurde wiederum eine weitere Leidenschaft von mir.
Ich bringe einfach gerne anderen Menschen etwas bei und über das Internet habe ich die Möglichkeit, genau das zu tun. Dafür brauche ich kein Lehramt Studium oder irgendein Zertifikat. Ich kann Lehrer sein und trotzdem gleichzeitig weiter als Designer arbeiten.

Was willst du mit deiner Zeit anfangen?

Prioritäten setzen

Viele sagen, sie haben keine Zeit, auch noch zusätzlich etwas nebenbei zu machen. Aber keine Zeit zu haben, ist eine Entscheidung! Du entscheidest selbst, was du tun willst und wie du die Dinge in deinem Leben priorisierst.

Ich meine was machst du den ganzen Tag? Wie viele freie Stunden in der Woche hast du, die du vielleicht in ein eigenes Projekt investieren könntest? Vielleicht denkst du jetzt „keine”, aber wie hast du deine Prioritäten gesetzt? Lieber auch mal Netflix, YouTube, Facebook, oder Instagram schauen? Schau einfach mal, wie viele Stunden solche Plattformen fressen. Mit dem Ergebnis könntest du vermutlich schon zwei Nebenprojekte am laufen haben.

Viele können auch nicht verstehen, warum ich noch zusätzlich an etwas anderem arbeiten will, obwohl ich ja schon den ganzen Tag Design-Projekte, Blogbeiträge oder Podcast Folgen fertigstelle. Paula meinte schon öfters zu mir, dass ich das kann, weil ich das eben gerne mache. Ich liebe meinen Job. Und genau das ist doch das Tolle daran. Denn wenn du noch zusätzlich ein Nebenprojekt startest, geht es nicht darum, etwas zu verfolgen, dass du nicht magst. Du suchst dir das Beste aus.

Ein Nebenprojekt ist etwas, auf das du richtig Bock hast. Du willst daran weiterarbeiten und deshalb ist es dir egal, ob es auch mal nach dem Abendessen ist, wenn andere eine Serie schauen. Du verfolgst damit ein Ziel, das größer ist, als der Mehrwert, den dir ein Streamingdienst vermitteln kann.

Was ich als UI/UX Designer von einem neuen Nebenprojekt lernen konnte

Ein neues Nebenprojekt von mir ist das Modelabel CYLVAN. Du hast vielleicht schon davon gehört. Es ist ein Projekt, über das ich zusammen mit einem Freund schon sehr lange nachgedacht habe. Wir haben bestimmt schon über einen Zeitraum von zwei Jahren darüber diskutiert, Ideen gesammelt und weiter am Businessplan geschrieben. Aber letztes Jahr (2017) sind wir es dann endlich angegangen und haben angefangen, es wirklich auch in die Tat umzusetzen. Und das war ein tolles Gefühl, weil es zusätzlich etwas eigenes ist, das in ganz langsamen Schritten Früchte trägt.

Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit dem Online Shop beschäftigt und verschiedene Design-Themen behandelt. In Zukunft geht es definitiv auch mehr in Richtung Marketing-Strategien und allgemein um unternehmerische Fähigkeiten. Und da merkst du auch wieder die Kombination, die ich vorhin angesprochen habe. Ich nutze mein Wissen aus meinem Beruf, bringe es in diesem Projekt mit ein, indem ich zum Beispiel den Online Shop gestalte und das ganze Corporate Design vorerst selbst mache.

Trotzdem weiß ich, dass ich unheimlich viel neues beispielsweise im Marketing lernen kann. Und dieses Wissen ist wiederum wertvoll für Kundenaufträge, die ich als Designer bearbeite.

Neben meinen mentalen Herausforderungen, die ich zusätzlich zu meinen alltäglichen Projekten bewältigen muss, habe ich vor allem auch in folgenden drei Bereichen dazugelernt:

  • Vertrauen
  • Zeitmanagement
  • Produktivität

Lass mich kurz darauf eingehen:

1. Vertrauen

Vertrauen ist die Basis, auf der ein gutes Unternehmen aufgebaut ist. Denn um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, musst du auch Partnern und Mitarbeitern vertrauen. Deshalb ist es ratsam, ab einem gewissen Zeitpunkt loszulassen und das Vertrauen zu haben, dass der andere die Aufgabe nach unserem beiden Interesse und auf dem besten Wege bearbeiten wird. Daran darfst du nie zweifeln. Alle ziehen am gleichen Strang.

2. Zeitmanagement

Irgendwann merkst du, dass der Tag wirklich nur 24 Stunden hat und es absolut keinen Trick gibt, diese Anzahl zu manipulieren. Deshalb ist Zeit auch das Wertvollste was es gibt. Was du aber machen kannst, ist, mehr von deinen eigenen Zeitfresser-Tätigkeiten abzugeben. Und genau das ist der erste Schritt hin zu Wachstum und dieser braucht wiederum Vertrauen (Punkt 1). Anfangs fällt dir das schwer, aber irgendwann merkst du, dass wenn du weiterhin alles selber machen möchtest, du auch nie die Chance bekommst, deine Ziele zu erreichen, weil sie eventuell einfach viel zu groß sind.

3. Produktivität

Sobald Punkt zwei (Zeitmanagement) dir klargeworden ist, fängst du an Prozesse zu dokumentieren und Abläufe aufzuschreiben. Das hilft Mitarbeitern, diese Aufgaben zu erledigen, ohne dir Fragen zu stellen. In diesem Zuge merkst du auch gleichzeitig, wie viele Probleme oder Verbesserungen vielleicht in dem ein oder anderen Prozess stecken. Aber das ist gut, denn jetzt fängst du an, Dinge zu überdenken, zu vereinfachen und zu automatisieren. Und Automatisierung ist hier wirklich das Schlüsselwort. Dazu gehört Gewohnheiten zu entwickeln um etwas schnell abarbeiten zu können und genauso Werkzeuge zu nutzen, die einfach besser und schlauer sind als du selbst.

Warum ein Nebenprojekt starten?
Ich bin davon überzeugt, dass du von Nebenprojekten nur profitieren kannst, wenn du auch bereit bist neues zu lernen und zulässt, ab und zu mal zu scheitern.

Woran arbeitest du gerade nebenbei? Hat sich das auch auf deine Arbeit als Designer ausgewirkt?

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