Design Persönlich Podcast

Warum Webdesigner nicht mehr die passende Berufsbeschreibung für mich ist

Kann ich meine Berufsbeschreibung einfach so vom Webdesigner zum UI/UX Designer wechseln?

Letze Woche habe ich mir Gedanken zu den unterschiedlichen digitalen Berufsgruppen gemacht und gemerkt, dass der Webdesigner vielleicht gar nicht mehr unbedingt die Kategorie ist, die meine Tätigkeit am besten beschreibt.

Und auch, wenn ich mich selbst durch meine Aufträge vermehrt eher als UI/UX Designer sehe, ist es nicht so einfach möglich, diese Beschreibung von heute auf morgen zu ändern bzw. anzuwenden.

Lohnt es sich also überhaupt und was spielt in Zukunft mehr eine Rolle? Wird der Webdesigner vielleicht doch langsam abgelöst oder warum merke ich gerade jetzt, dass dieses Thema bei mir aufkommt?

Vielleicht denkst du auch ab und zu über dieses Thema nach. Heute möchte ich dir erklären, welches Problem ich für mich persönlich in Zukunft mit der Bezeichnung Webdesigner sehe und welche Möglichkeiten es gibt.

Diesen Beitrag als Podcast anhören!

Design Podcast iTunes Button Design Podcast iTunes Button Design Podcast Pocketcasts Link Design Podcast Overcast Link Design Podcast RSS Feed Link

Warum verwenden wir eine Berufsbeschreibung?

Unsere Berufsbeschreibung hilft uns, in den Köpfen von anderen Menschen zu bleiben.
Wenn du aber einer Person heute erzählst, dass du Brand-Designer bist und das nächste Mal was von Webdesigner redest, ist die Chance sehr groß, dass sie das schnell wieder vergessen hat. Wir Menschen sind einfach nicht gut darin uns solche Dinge zu merken.
Denk mal scharf darüber nach, von wie vielen Freunden du wirklich die Job-Bezeichnung aufsagen kannst?
Verglichen mit deiner Freundesliste sind das wahrscheinlich sehr wenige. Und der Grund ist, dass wir es entweder zu selten deutlich hören oder die Situation kompliziert ist und derjenige einfach keine klare Job-Beschreibung verwendet.

Aber wenn du deine Berufsbeschreibung gut und überlegt kommunizierst, hilft sie dir auch, von anderen empfohlen zu werden.

Gerade, wenn du auch als selbstständiger Designer durchstarten möchtest, kommt es darauf an, deinen ersten Kunden an Land zu ziehen. Und das geht oft über genau diesen Weg. Du musst mit Freunden und Bekannten reden und deine Fähigkeit kommunizieren.

Aber was ist, wenn die Beschreibung nicht mehr passt oder sie sich aufgrund der Zeit und der Aufträge in eine neue Richtung verschoben hat?

Das Problem mit der Beschreibung „Webdesigner”

Das, was ich gelernt habe, ist, Webseiten und webbasierte Projekte zu gestalten, die auf unterschiedlichen Geräten bedient werden können. Und bis heute habe ich dafür den Begriff Web Designer verwendet. Aber warum habe ich immer mehr Schwierigkeiten damit?

Das Problem ist, dass viele, die nicht in unserer Branche arbeiten, mittlerweile denken, dass ein Webdesigner nicht nur das Layout für eine Website erstellt, sondern sie auch programmiert. Ein normaler Kunde also, der eine Online-Präsenz braucht, unterscheidet nicht unbedingt zwischen einem Web-Designer und einem Web-Entwickler. Er geht davon aus, dass der Webdesigner ihm die fertige Seite liefert. Und tatsächlich ist das auch häufig der Fall.

Viele Webdesigner bieten das Gesamtpaket. Insgeheim sind sie zwar entweder mehr Programmierer oder mehr Designer, aber sie verkaufen ihre Arbeit unter dem Begriff „Web-Design” auf ihrer Website.

Und auch ich erhalte immer wieder Projektanfragen, bei denen der Kunde davon ausgeht, dass ich ihm die Website komplett fertig übergebe. Und natürlich ist das kein Grund, einen Auftrag abzusagen. Ich arbeite dann eben mit Partnern, die mir das Layout programmieren. Trotzdem hat mich das ab einem bestimmten Zeitpunkt gestört. Ich möchte einfach gerne eine Jobbeschreibung, die auch das widerspiegelt, was ich anbiete und nicht Verwirrung stiftet.

Aber was kann ich dagegen tun? Meine Berufsbeschreibung wechseln? Welche Auswirkungen hat das?
Schauen wir uns dazu erst mal an, wo ich meine Tätigkeit überhaupt intensiv kommuniziere.

Kann ich meine Jobbezeichnungen einfach so ändern? Welche Auswirkungen hat das?

Wo und wie kommuniziere ich meine Berufsbeschreibung

Egal wo ich bisher hingekommen bin, wenn mich jemand gefragt hat, was ich so mache, habe ich geantwortet: „Ich arbeite als selbstständiger Webdesigner”. Das war meistens mein Standard Satz.

Und auch als ich Mitte 2015 entschieden hatte, mehr Aufträge über meine Website zu generieren, musste ich dafür auch mehr Content produzieren (meine Erfahrungen nach einem Jahr Content Marketing als Web Designer).

Und damit Google mich natürlich auch als Experte in diesem Bereich sieht, musste ich meine Berufsbeschreibung so oft und so gut es geht mit in meine Beiträge packen.

Bei Webdesigner war das nicht so einfach. Im englischen schreibt man es auseinander, im Deutschen als ein Wort. Zum teil aber auch mit Bindestrich dazwischen. Für was habe ich mich also entschieden? Einfach alle drei zusammen und mal so mal so.

Und in der Tat kommt das Wort wirklich unheimlich oft auf meiner Website vor. Allein in diesem Beitrag bestimmt schon 25 mal.

Und auch Google hat sich nach ca. eineinhalb Jahren durch meine wöchentlichen Beiträge auf meinem Blog gedacht, dass ich wohl ein Experte auf diesem Gebiet sein muss. Die Belohnung dafür war, dass sie mich auf Seite eins gepackt haben, wenn du Webdesigner Hamburg googelst. Und auch wenn du dich in der Region befindest und einfach nur nach „Webdesigner” suchst, kommt meine Website auch auf Seite eins. Bei mehr als einer halben Million Ergebnissen ist das schon gut.

Dafür habe ich aber auch Jahre gearbeitet und in der Tat bringt mir das jetzt viele neue Seitenbesucher und ebenso Projektanfragen.

Habe ich also überhaupt die Chance, meine Berufsbeschreibung zu ändern bzw. anzupassen? Was passiert dann mit meinem schönen Ranking auf Google? Ist Google irgendwann verwirrt, wenn ich auf einmal vermehrt über UI-Design schreibe?

Welche Beschreibung würde ich statt Webdesigner nutzen?

Ich habe in der Podcast Folge vorher detailliert andere digitale Design Kategorien unter die Lupe genommen und auch bei meiner Recherche gemerkt, dass das, was zu mir passt und das, wo es mich auch vermehrt hintreibt, UI/UX Design ist.

Für mich klingt es auch ein Stück weit moderner und irgendwie mehr zeitgemäß. Und tatsächlich kommuniziere ich das auch hin und wieder so. Und die Tätigkeiten eines UI/UX Designers schließen ebenso die Aufgaben eines Web Designers mit ein. Das heisst, es passt auch weiterhin, dass ich in meinem Portfolio Web-Projekte und Webseiten zeige.

UX Design

Ich weiß von meinen Aufträgen, die ich momentan und seit über eineinhalb Jahren zum Beispiel vermehrt über eine große Fluggesellschaft bekomme, dass es nicht immer nur um eine komplette Website geht. Es geht auch mal um kleinere visuelle Parts, die zum Beispiel auf einer Messe präsentiert werden sollen und dafür erstmal konzipiert und geplant werden müssen. Und eins meiner Stärken ist, mich wirklich in ein Projekt hineinzuversetzen und nicht nur über das „Design” nachzudenken, sondern eben auch über die ganze User Experience. Und das ist, was ein UX Designer macht. Er sorgt für das richtige Erlebnis und muss schauen, dass ein Design oder eine Anwendung auch wirklich einfach und durchdacht aufgebaut ist.

UI Design

Und über UI Design muss ich nicht viel nachdenken. Es ist einfach nur ein moderneres Wort für Designer, die Anwendungen gestalten, die eben auch auf neuen Geräten bedient werden. Und das kann in Zukunft eine App sein, aber genauso weiterhin eine Website. Trotzdem bezieht es in meinen Augen mehr neuartige Medien mit ein, als zum Beispiel der Browser für den Webdesigner. Und das ist nicht tragisch. Ich finde es gut, nicht alles mögliche gestalten zu können. Und wenn zum Beispiel eine Apple Watch keinen Browser hat, dann ist das eben auch nicht das Umfeld, für die ein Webdesigner eigentlich eine Layout gestalten sollte.

Was spielt in Zukunft mehr eine Rolle?

Wenn ich UI Design höre, fühlt sich das für mich sicherer an. Denke ich an die Zukunft, dann stelle ich mir vor, dass alle Geräte, die wir irgendwie in den Händen halten oder projizieren, ein User Interface haben, welches wir eben bedienen können. Und egal, ob es ein User Interface einer Zahnbürste ist oder das einer Virtuell Reality Brille. Es bleibt ein UI Design und ist kein Browser.

Und das soll nicht heissen, dass der Browser uns irgendwie verlassen wird. Aber ich merke, dass meine Aufträge abseits von einer „normalen” Website oder einem Online Shop vermehrt die Anforderung haben, primär auch auf einem anderen Gerät funktionieren zu müssen. Das heisst wir nutzen zwar den Browser für die Darstellung einer Anwendung, die Umgebung ist aber auf einem Tablet, Smartphone, TV etc. Und sobald es auf solchen Geräten bedient werden soll, bekommt es für mich mehr den Charakter eines User Interfaces, also einer moderneren Bedienoberfläche. Vielleicht liegt das daran, dass wir die Anwendung dann zum Beispiel mit den Händen bedienen und nicht mit der Maus.

Ich weiß gerade selbst nicht, wohin mich diese Gedanken eigentlich bringen sollen oder warum ich sie hier festhalte. Ich schätze, ich suche gerade einfach nur eine Ausrede dafür, den UI und UX Designer legitim für meine Arbeit nutzen zu dürfen.

Fakt ist, ich gestalte einfach überwiegend grafische Oberflächen im Web Bereich und auch meine Aufträge sind meistens webbasiert. Und sogar meine komplette Website ist auf einen Webdesigner zugeschnitten. Jeder Text, das Portfolio und der Podcast und Blog handeln von Webdesign. Und auch wenn die meisten meiner Aufträge momentan ein anderes Bild von mir zeigen würden (die Projekte, die ich auf meiner Website aber leider nicht zeigen darf) versuche ich doch, über meine Website neue Webdesign-Kunden zu generieren. Und das funktioniert auch. Aber ist das die Zukunft? Ist es das, wo es mich hintreibt? Möchte ich weiterhin versuchen, diese Projekte an Land zu ziehen?

Wenn ich mal ehrlich bin, weiß ich auch, dass sich in den nächsten 10 Jahren einiges bei mir ändern wird. Mein Ziel ist es nicht, bis an mein Lebensende als Designer zu arbeiten. Und wenn ich meine Ziele betrachte, dann kann ich diese nicht erreichen, wenn ich so weiter mache wie bisher. Dann muss ich auf einem anderen Level agieren.

Ich werde immer wie ein Designer denken und auch die Arbeit des Gestaltens lieben. Aber wenn ich an den nächsten Schritt denke, der nach meiner Zeit als Designer kommt, dann sehe ich ein Team und dann sehe ich Mitarbeiter. Und irgendwann spielt es keine Rolle mehr, ob ich mich als Web oder UI/UX Designer beschreibe. Dann gehen die Aufgaben in einen anderen Bereich über.

Vermutlich werde ich mir noch bis nächstes Jahr Gedanken darüber machen und dann 2018 entscheiden, was mit meiner Berufsbeschreibung passiert.

Fürs erste finde ich es gut, mir Gedanken zu diesem Thema gemacht zu haben. Und indem ich mich auch mit den unterschiedlichen digitalen Berufsgruppen beschäftigt habe, habe ich Sicherheit bekommen und auch gemerkt, dass eine andere Bezeichnung durchaus zu mir passt oder womöglich noch passender wäre.

Auch wenn ich mich innerlich jetzt eher als ein UI/UX Designer sehe, gehört zu der Umsetzung mehr dazu. Es reicht nicht, einfach nur den Webdesigner auf meiner Startseite zu streichen. Es sind noch so viele andere Bereiche, die da mit reinspielen. Und dafür habe ich gerade jetzt zum Jahresende keine Zeit, aber ich werde nächstes Jahr noch mal auf dieses Thema zukommen und dich definitiv auch auf dem Laufenden halten.

Braucht es den Web Designer in Zukunft überhaupt noch?

Ich habe mir mal genauer Gedanken darüber gemacht, wie sich die Rolle des Web Designers in Zukunft verändert? Welche Projekte sind für uns überhaupt noch relevant? Es geht um Künstliche Intelligenz, Themes und Baukasten Systeme.

Die Zukunft des Webdesigners →

Beitrag teilen: