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Gewohnheiten nutzen um produktiver zu arbeiten

Heute geht es um Gewohnheiten und wie du sie als Designer bewusst für dich nutzen kannst, um bestimmte Arbeitsabläufe zu beschleunigen und dir allgemein mehr Zeit im Alltag zu verschaffen.

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Gewohnheiten bestimmen unser Leben

Dieser Beitrag bzw. die Podcast Folge heute ist eine von vier Episoden, die sich mit dem Thema „Produktivität steigern” beschäftigt. Zugang zu den anderen drei Folgen bekommst du, indem du du für weniger als 5€ ein Premium Mitglied wirst und damit Zugang zu exklusiven Sonderfolgen erhältst.

Wenn du schon mal eine schlechte Angewohnheit hattest, weißt du, dass es nicht einfach ist, sie wieder loszuwerden. Das gleiche gilt allerdings auch für Gewohnheiten, die du dir bewusst aneignen möchtest. Soll heissen, es ist genauso schwer, Gewohnheiten zu brechen, die sich positiv auf deine Arbeit auswirken. Das Gehirn unterscheidet also nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten.

Jetzt muss man nur erstmal rausfinden, welche Gewohnheiten für uns als Designer interessant sein könnten. Aber dazu gebe ich dir später mal noch ein paar Beispiele.

Viele sehen gerade beim Thema Kreativität Gewohnheiten als etwas negatives an, weil du damit eher unflexibel und für gewöhnlich einer Routine nachgehst und nicht wirklich nachdenkst sondern „stump” arbeitest. Aber wenn du dich auf die richtigen Gewohnheiten konzentrierst, können sie dir vieles erleichtern und im End-Effekt sogar mehr Zeit für kreative Aufgaben geben.

Gewohnheiten bestimmen unser Leben. Manche erleichtern den Alltag, andere sind lästig oder schaden dir.

Denk einfach mal nach, wie lange dein Tag dauern würde, wenn du keine Routine bzw. Gewohnheiten für vieles hättest. Du würdest jeden Tag von neuem wieder überlegen müssen, wie man Zähne putzt oder mit Messer und Gabel isst. Oder wie schaltet man nochmal in den Rückwärtsgang? Der Mensch entwickelt also automatisch Gewohnheiten, wenn er Denk- und Verhaltensweisen wiederholt.

Für uns als Designer heisst das vielleicht, dass wir nach Dingen suchen, die wir so routiniert ablaufen lassen könnten, dass wir uns währenddessen auf etwas anderes konzentrieren könnten.

Nehm als einfaches Beispiel mal Shortcuts, die du vermutlich auch tagtäglich benutzt. Sie geben dir gerade in einem Design Programm die Möglichkeit, schnell Befehle auszuführen, ohne lange die Maus rum zu bewegen oder irgendwelche Menüs zu klicken. Sie können dir in der Summe also unheimlich viel Zeit sparen. Deshalb lohnt es sich definitiv, diese Abläufe zu einer Gewohnheit umzuwandeln und Kurzbefehle zu lernen, da du währenddessen über andere Dinge nachdenken kannst. Du führst sie ganz automatisch aus.

Aber erst nachdem du sie wieder und wieder wiederholt hast, Kann so ein Ablauf zur Gewohnheit werden.

Empfehlung:
Wie ich mit Shortcuts arbeite und welche du dir zusätzlich anlegen solltest.

Als erstes musst du verstehen, wie Gewohnheiten funktionieren

Um Gewohnheiten überhaupt sinnvoll für uns einsetzen zu können, müssen wir erstmal verstehen, wie sie funktionieren. Deshalb hier mal kurz zusammengefasst die drei nötigen Schritte.

1. Du brauchst einen Auslöser

Beim Zähneputzen könnte der Auslöser der Gang ins Badezimmer sein. Oder wenn du beispielsweises einer Konzetrations-Arbeit nachgehen möchtest, könnte der Auslöser eine bestimmte Musik sein, die du genau dann hörst.

2. Du brauchst eine Routine

Die Routine ist das eigentliche, was du dir auch als Gewohnheit aneignen möchtest.

Bezogen auf einen produktiveren Arbeitsalltag, sind hier jetzt mal ein paar Beispiele:

  • Täglich früher aufstehen um vor der Arbeit an einem persönlichen Nebenprojekt weiter zu arbeiten.
  • Sich nicht so schnell ablenken lassen und weniger Zeit auf sozialen Netzwerken verbringen.
  • Regelmäßig zu einer gleichen Zeit ein Buch lesen um dich fortzubilden.
  • Deine Aufgaben besser definieren und immer zuerst das abarbeiten, was dir auf deiner Aufgaben-Liste am unangenehmsten erscheint.
  • Wochen-, Monats-, Jahres-Ziele abarbeiten.
  • Bessere Fragen stellen oder dich mehr in Meetings einbringen.
  • Schneller in einen Layout-Prozess starten.
  • Grenzen setzen und öfters mal „nein” sagen.
  • Weniger Zeit mit E-mails schreiben verbringen.
  • Täglich meditieren oder während der Arbeit Energie tanken, um danach wieder mit 100% zu starten.
  • Mehr abarbeiten in weniger Zeit (zum Beispiel mit der Pomodoro-Technik → Arbeitseinheit mit kurzen Pausen).
  • Regelmäßig etwas Kleines für dein Portfolio layouten. Beispielsweise eine 30 Tage UI-Challenge auf Instagram.

Es gibt noch wahnsinnig mehr, aber das waren mal ein paar Beispiele, um deine Gedanken anzukurbeln.

Vielleicht denkst du ja, dass es für deinen Arbeitsalltag keine wirklichen Aufgaben gibt, die du in eine Gewohnheit umwandeln könntest. Und das musst du auch nicht. Aber damit wird es dir um einiges leichter fallen.

3. Du brauchst eine Belohnung

Um die Gewohnheit überhaupt auszuführen, brauchst du auch eine Belohnung, die sozusagen danach auf dich wartet. Beim Sport wäre das zum Beispiel eine gute Figur. Wenn du weniger Zeit auf sozialen Netzwerken verbringen möchtest, wäre die Belohnung vielleicht mehr Geld mit Kundenprojekten zu verdienen. Oder überhaupt bessere Kunden zu bekommen. Oder früher Feierabend zu machen, da alle Aufgaben schon abgearbeitet sind.

Es gibt so viele Belohnungen. Du musst sie dir nur selbst vor Augen halten und das warum dahinter verstehen. Dann helfen sie dir auch, eine neue Gewohnheit zu bilden.

Beispiel wie ich eine Gewohnheit gebildet habe

Nehmen wir an du möchtest wie ich irgendwann mal ein Buch schreiben. Auch dafür wäre es sinnvoll, sich eine Gewohnheit anzueignen. Ich habe es mit meinen Blogbeiträgen nämlich genauso gemacht. Mittlerweile ist das Schreiben für mich so gewöhnlich, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, ob ich es überhaupt kann, ob ich es gerade möchte oder überhaupt Lust darauf habe. Es gehört zu bestimmten Tagen bei mir einfach dazu.

Meine Auslöser
Mein Auslöser findet morgens statt. Das heisst, dass erste, was ich nach dem Aufstehen mache, ist Schreiben. Ab halb sieben und meistens für zwei Stunden. Vermutlich gehört zu meinem Auslöser aber auch, dass ich mir erstmal eine Kanne Tee zubereite und mein Laptop einschalte.

Das heisst:

  • Aufstehen
  • Der Gang ins Bad und Zähneputzen
  • Der Gang in die Küche und Tee kochen
  • Der Gang an den Schreibtisch und das Schreibprogramm öffnen
  • Starten

Meine Routine
Das Erstaunlichste für mich ist, dass ich sehr schnell in den Schreibmodus komme, den ich brauche, um mir überhaupt Gedanken zu einem Thema zu machen. Morgens also 1000 bis 2000 Wörter zu schreiben, fällt mir nicht mehr sonderlich schwer. Die Finger gleiten sozusagen über die Tastatur und schreiben das auf, was ich denke.

Selbst das Schreiben mit der Tastatur ist wieder eine Gewohnheit. Ich weiß instinktiv, wo welcher Buchstabe sitzt, weil ich schon Millionen Wörter damit geschrieben habe. Würde ich die Tastatur auf einmal ändern und Buchstaben wo anders platzieren, könnte ich nichtmal ansatzweise in meinen Rhythmus kommen.

Und auch der Ablauf wie ich schreibe, gehört wieder einer anderen Gewohnheit an. Sagen wir zum Beispiel ich mach zuerst die Stichpunkte. Aus diesen Stichpunkten formen sich die ersten Überschriften und zu den Überschriften kommen anschließend Fließtexte hinzu.

Wie du merkst, sind also auch viele kleine Dinge schon an Gewohnheiten geknüpft.

Meine Belohnung
Die Belohnung für mich ist ein fertiger Beitrag oder Podcast. Und dieser hilft anderen Designern und Freelancern weiter zu kommen und ihre eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Und dieses Gefühl, anderen wirklich zu helfen oder sogar ein Vorbild zu sein, ist wahnsinnig stark und hilft mir, regelmäßig mehr Inhalte zu produzieren.

Warum überhaupt solche Gewohnheiten entwickeln?

Wenn ich von außen das große Ganze betrachte, helfen mir Gewohnheiten beispielsweise auch, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Du kennst die Klassiker, in denen sich Menschen das Rauchen abgewöhnen wollen oder planen, ab jetzt regelmäßig Sport zu machen. Und das funktioniert mit Gewohnheiten auch perfekt. Genau für solche Dinge habe ich sie auch bewusst eingesetzt.

Wenn ich jetzt aber mal auf meine eigenen Ziele schaue, die ich in den nächsten fünf Jahren erreichen möchte, dann steht dort auch, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.

Dieses Buch zu schreiben, würde für mich nie möglich sein, wenn ich dafür nicht eine Routine für das Schreiben entwickeln würde. Denn das ist die erste Hürde um überhaupt damit anzufangen. Meine Blogbeiträge und Artikel sind also sozusagen eine Vorreiter-Gewohnheit, die mir in ein paar Jahren vermutlich hilft, nicht ein ganzes Jahr für ein Buch zu brauchen, sondern nur ein paar Monate.

Zusätzlich mag ich das Gefühl, etwas erfolgreich durchgezogen zu haben. Also wirklich auch zurückzuschauen und zu sagen „Ja, das habe ich geschafft”.

Wie lange dauert es, eine Gewohnheit für etwas zu entwickeln?

Es dauert durchschnittlich um die zwei Monate, bis du eine Gewohnheit bilden kannst. Das klinkt erstmal lange, aber wie vorhin schon gesagt, ist es dann umso schwerer, sie wieder zu verlieren.

Ein super Buch, das ich dazu empfehlen kann

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun von Charles Duhigg

Unter anderem auch geniale Einblicke in Marketing-Strategien und wie Unternehmen bewusst versuchen, Gewohnheiten bei Konsumenten zu entwickeln, damit sie bei ihnen kaufen.

Die Macht der Gewohnheit bei Amazon kaufen (Affiliate Link).

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